Ich hatte bereits erwaehnt, dass ich meine Tour durch die Seenlandschaft heute fortsetzen werde. Was ich nur bedingt ahnen konnte: ich sollte von mehr Wasser umgeben sein, als ich mir haette ertraeumen lassen. Ich war mir naemlich nicht im Klaren darueber, dass Doubtful Sound (wie das komplette Fiordland) zu den feuchtesten Gegenden der Erde zaehlt. Und so kam es, dass ich heute dank Dauerregens und zeitweise starkem Wind eine rundum Bewaesserung geniessen durfte. Und - welch Ueberraschung - ich habe erneut unzaehlige Wasserfaelle gesehen. Selbstverstaendlich war das auch super, denn im Gegensatz zu gestern war die Kulisse heute eine andere. Die Wolken hingen tief und haben die dicht bewachsenen Berge in einer Art mystischen Schleier zurueck gelassen. Waere ich ein Location-Scout (das ist jmd., der Drehorte fuer Filme o. ae. sucht), ich wuerde hier definitiv Gorillas im Nebel oder King Kong drehen. Ich hatte zudem den Eindruck, dass die Berge hier deutlich staerker mit Regenwald gesegnet sind als die von Milford Sound. Gestern konnte man den grauen Granit der Felsriesen besser erkennen - inwieweit mir der Nebel dabei eine optische Taeuschung verpasst hat kann ich euch nur subjektiv beantworten, aber ich meine, dass der Reisebegleiter etwas in der Richtung gesagt hat. Ich war heute nicht ganz so aufmerksam wie gestern, weil ich mich ganz gut mit Nici unterhalten habe. Sie ist aus Bayern und wie ich alleine unterwegs. Sie hat ein Leih-Auto und wir haben vereinbart, dass sie mich morgen mit nach Queenstown nimmt.
Von der Tour heute war ich auch begeistert, aber klar macht sowas mehr Spass bei eitel Sonnenschein. Solltet ihr also jemals hierher kommen, verfolgt vorher aufmerksam den Wetterbericht und bucht eure Touren erst danach - es koennte euch den Tag retten. :-) Uebrigens koennten die Tierfreunde unter euch auf ihre Kosten kommen, denn es besteht die Chance Pinguine, Delfine, Robben und Papageien zu sehen. Bis auf die Delfine hatte ich alles im Programm.
Apropros Tour: Vor lauter Aufregung gestern habe ich euch nichts ueber die Glowworm Caves erzaehlt, die ich am Abend besucht habe. Wer die wortwoertliche Uebersetzung zu verstehen glaubt, der irrt sich in diesem Fall gewaltig. Glowworms leuchten zwar auch, aber im Gegensatz zu den uns bekannten Gluehwuermchen setzen sie ihr Hinterteil dafuer ein. Ausserdem wollen sie damit nicht etwa um einen Partner buhlen, sondern Insekten anlocken, um sie anschliessend zu fressen. Das tun sie recht geschickt mit klebrigen Faeden, die sie von der Hoehlendecke herabhaengen lassen. Sie agiert eigentlich wie ein Spinne, nur dass sie das Beutetier nicht einwebt, sondern gleich verspeist. Ich erspare euch weitere Details... :-)
In voelliger Dunkelheit wird man waehrend der Tour per Boot in eine teilweise wassergeflutete Hoehle gefahren und hat den Eindruck, man befindet sich in einem Planetarium. Mit dem Unterschied, dass die Sterne zum Greifen nah scheinen. Da die Tiere empfindlich auf Laerm reagieren ist Stille angesagt und so befindet man sich in einem leicht schaukelnden Boot, was das Planetarium-Gefuehl abrundet.
Das soll's fuer jetzt gewesen sein. Bis demnaechst!!
Das Tagebuch für alle Daheimgebliebenen.
Viel Spaß beim Schmökern!
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25. November 2009
24. November 2009
Wasser, ueberall Wasser!!
Leute, heute hab ich eine unglaublich beeindruckende Touri-Tour hinter mich gebracht. Steht einer von euch auf Wasser, Regenboegen und so was?! Dann wird das evtl. einer euer Lieblingsbeitraege.
Aber zunaechst zurueck in die Vergangenheit: Wie schon gesagt hat mich Scott noch bis Manapouri begleitet. Hier an der Westkueste leben Margaret und Ross, alte Freunde der Grahams, die mich noch bis Montag noch behebergt hatten. Irgendwie laeuft das mit dem Couchsurfing besser als ich dachte.
Kleiner Einschub fuer alle, die das nicht kennen: beim Couchsurfing kommt man privat unter und hat daher engeren Kontakt zu Einheimischen. Ich hatte mir vorgenommen, das mal auszuprobieren und ich muss sagen, dass ich mir das deutlich mehr Spass macht, als mit unzaehligen deutschen Backpackern im Hostel ueber immer wieder dieselben Dinge zu sprechen. Bei den Familien bekomme ich viel mehr von der Realitaet im Land mit, was die Menschen hier beschaeftigt und lerne mehr ueber die Umgebung, als mir irgendein gebundener Reisefuehrer verraten koennte. Und: ich habe noch nie auf einer Couch schlafen muessen - im Gegenteil, hier habe ich sogar ein Kingsize-Bett, das groesser ist, als meins zu hause! Das ist also in jedem Fall 1000mal besser als in jedem Hostel! :) Es koennte mir also nicht besser gehen.
Um bei der Vergangenheit zu bleiben, haben Scott und ich gestern noch die suedlichsten Zipfel der Suedinsel abgeklappert. Wir haben u.a. Bluff und Invercargill passiert und von dort aus einen Blick auf Stewart Island geworfen. Auf der drittgroessten Insel des Landes leben die echten, kleinen Kiwi-Voegel, aber die Zeit-Kosten-Nutzen-Relation ging nicht auf (und es ist gar nicht sicher, dass man die Tiere ueberhaupt sieht), von daher werde ich dieses Fleckchen Erde nicht besuchen.
Doch nun will ich endlich in die Gegenwart kommen. Manapouri ist mal wieder ein kleines Nest, das gemeinsam mit dem Nachbarkaff Te Anau malerische Seenlandschaften beherbergt. Klein ist gut, denn die Ortschaften wachsen waehrend der Touri-Saison bzgl. der Einwohnerzahl um das vier- bis fuenffache an.
Wegen der Seen habe auch ich mich wieder zurueck in die Touri-Schlange eingereiht und gleich drei Touren gebucht. Tagsueber war ich in Milford Sound, wo ich eine tolle Bootstour erleben durfte. Ich bin immer noch ziemlich aufgewuehlt. Neben unzaehligen Wasserfaellen habe ich mehrere Regenboegen gesehen, denn das Wetter war heute (groesstenteils) umwerfend. Abseits der Fjorde bedeutet das ca. 23-24 Grad, auf den Seen bedeutet das extrem viel Wind und meist auch Sonne. Milford Sound ist mit der Tasmanischen See verbunden und die Fahrt kann daher rau werden. Ging aber. ;)




Auf dem Weg dorthin hat uns ein Bus-Shuttle durch riesig anmutende Berglandschaften kutschiert. Da weiss man mal wieder, wie winzig man selbst eigentlich ist. Weiter ging die Reise auf der Strasse durch einen knapp 1,2 km-langen Tunnel, der durch reines Granit-Gestein fuehrt. Den zu bauen hat sagenhafte 20 Jahre gedauert. Das hat weniger mit dem fehlenden Enthusiasmus der Kiwis zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass waehrend des Baubeginns 1944 der 2. Weltkrieg, eine Wirtschaftskrise und fehlende technische Moeglichkeiten ein rasches Vorankommen behinderten. Und nicht nur deswegen sass ich alleine auf der Fahrt zum Hafen mit offenem Mund und immer groesser werdenen Augen im Bus. Ich habe teilweise zwei Regenboegen auf einmal gesehen, darunter einen kompletten. Es war wirklich ein unbeschreiblich schoenes Erlebnis, selbst wenn ich den Topf voller Gold nicht entdecken konnte. Vielleicht ist das aber auch nur bildlich gemeint und der Wert liegt in der Umgebung. Stellt euch mal auf letzteres ein.
Entschuldigt bitte, wenn ich heute so sentimental vor mich hin plappere, aber es ist definitiv viel auf mich eingeprasselt. Ich bin immer noch zutiefst beeindruckt und davon schwirrt mir der Kopf. Um ehrlich zu sein bin ich deswegen ganz schoen geraedert. Morgen geht's weiter nach Doubtful Sound, das NOCH schoener sein soll. Ich weiss gar nicht, ob das mein kleiner, uebervoller Kopf packt. *lach* Ich lass es euch wissen...
Bis demnaechst!
Aber zunaechst zurueck in die Vergangenheit: Wie schon gesagt hat mich Scott noch bis Manapouri begleitet. Hier an der Westkueste leben Margaret und Ross, alte Freunde der Grahams, die mich noch bis Montag noch behebergt hatten. Irgendwie laeuft das mit dem Couchsurfing besser als ich dachte.
Kleiner Einschub fuer alle, die das nicht kennen: beim Couchsurfing kommt man privat unter und hat daher engeren Kontakt zu Einheimischen. Ich hatte mir vorgenommen, das mal auszuprobieren und ich muss sagen, dass ich mir das deutlich mehr Spass macht, als mit unzaehligen deutschen Backpackern im Hostel ueber immer wieder dieselben Dinge zu sprechen. Bei den Familien bekomme ich viel mehr von der Realitaet im Land mit, was die Menschen hier beschaeftigt und lerne mehr ueber die Umgebung, als mir irgendein gebundener Reisefuehrer verraten koennte. Und: ich habe noch nie auf einer Couch schlafen muessen - im Gegenteil, hier habe ich sogar ein Kingsize-Bett, das groesser ist, als meins zu hause! Das ist also in jedem Fall 1000mal besser als in jedem Hostel! :) Es koennte mir also nicht besser gehen.
Um bei der Vergangenheit zu bleiben, haben Scott und ich gestern noch die suedlichsten Zipfel der Suedinsel abgeklappert. Wir haben u.a. Bluff und Invercargill passiert und von dort aus einen Blick auf Stewart Island geworfen. Auf der drittgroessten Insel des Landes leben die echten, kleinen Kiwi-Voegel, aber die Zeit-Kosten-Nutzen-Relation ging nicht auf (und es ist gar nicht sicher, dass man die Tiere ueberhaupt sieht), von daher werde ich dieses Fleckchen Erde nicht besuchen.
Doch nun will ich endlich in die Gegenwart kommen. Manapouri ist mal wieder ein kleines Nest, das gemeinsam mit dem Nachbarkaff Te Anau malerische Seenlandschaften beherbergt. Klein ist gut, denn die Ortschaften wachsen waehrend der Touri-Saison bzgl. der Einwohnerzahl um das vier- bis fuenffache an.
Wegen der Seen habe auch ich mich wieder zurueck in die Touri-Schlange eingereiht und gleich drei Touren gebucht. Tagsueber war ich in Milford Sound, wo ich eine tolle Bootstour erleben durfte. Ich bin immer noch ziemlich aufgewuehlt. Neben unzaehligen Wasserfaellen habe ich mehrere Regenboegen gesehen, denn das Wetter war heute (groesstenteils) umwerfend. Abseits der Fjorde bedeutet das ca. 23-24 Grad, auf den Seen bedeutet das extrem viel Wind und meist auch Sonne. Milford Sound ist mit der Tasmanischen See verbunden und die Fahrt kann daher rau werden. Ging aber. ;)




Auf dem Weg dorthin hat uns ein Bus-Shuttle durch riesig anmutende Berglandschaften kutschiert. Da weiss man mal wieder, wie winzig man selbst eigentlich ist. Weiter ging die Reise auf der Strasse durch einen knapp 1,2 km-langen Tunnel, der durch reines Granit-Gestein fuehrt. Den zu bauen hat sagenhafte 20 Jahre gedauert. Das hat weniger mit dem fehlenden Enthusiasmus der Kiwis zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass waehrend des Baubeginns 1944 der 2. Weltkrieg, eine Wirtschaftskrise und fehlende technische Moeglichkeiten ein rasches Vorankommen behinderten. Und nicht nur deswegen sass ich alleine auf der Fahrt zum Hafen mit offenem Mund und immer groesser werdenen Augen im Bus. Ich habe teilweise zwei Regenboegen auf einmal gesehen, darunter einen kompletten. Es war wirklich ein unbeschreiblich schoenes Erlebnis, selbst wenn ich den Topf voller Gold nicht entdecken konnte. Vielleicht ist das aber auch nur bildlich gemeint und der Wert liegt in der Umgebung. Stellt euch mal auf letzteres ein.
Entschuldigt bitte, wenn ich heute so sentimental vor mich hin plappere, aber es ist definitiv viel auf mich eingeprasselt. Ich bin immer noch zutiefst beeindruckt und davon schwirrt mir der Kopf. Um ehrlich zu sein bin ich deswegen ganz schoen geraedert. Morgen geht's weiter nach Doubtful Sound, das NOCH schoener sein soll. Ich weiss gar nicht, ob das mein kleiner, uebervoller Kopf packt. *lach* Ich lass es euch wissen...
Bis demnaechst!
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