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29. März 2016

Selamat datang

Freunde des Fernwehs,

es ist mal wieder soweit: Das Reisefieber hat zugeschlagen und mich dieses Mal nach Indonesien geführ. Ich bin aktuell schon zu Gast auf einer der mittelgroßen in diesem Inselstaat: Lombok
Warum nicht eine der bekannteren Inselnachbarn wie Sumatra, Java, Komodo oder das beliebte Bali? Das ist wohl am ehesten der kurzen Vorbereitungszeit und einem darauffolgenden Impuls zu verdanken. Die Leitfragen: Wo kann ich auch spontan, unkompliziert und recht sicher reisen, innerhalb von 3 Wochen viel sehen und das ohne großen Trubel?

Die ersten Erfahrungen:
Herzlich willkommen, wie der Titel dieses Beitrags verheißt, ist man hier an jeder Ecke. Auch nach der langen Anreise von über 20 Stunden hat man hier ein Lächeln für dich parat. Das tut gut, speziell dann, wenn einem die hohe Luftfeuchtigkeit so mir nichts dir nichts entgegenschlägt.

Was mir auch entgegenkommt ist, dass Martin mal wieder am Start ist. Letzte Woche habe ich ihn über den Trip informiert, er hat spontan mal wieder zugesagt und verbringt zwei der drei Wochen mit mir. Unschlagbar.

Wie in anderen asiatischen Touristenecken steht hier feilschen hoch im Kurs. Dabei geht es manchmal zu, wie auf einem orientalischen Basar. Ich liebe es! Wobei: ein Gefühl für die Währung (Indonesische Rupie/IDR) zu bekommen war für mich bis dato herausfordernd: 1 Euro sind etwa 15.000 Rupien. Schnell kommt hier und da mal ein großer Betrag zusammen. Andererseits ist es aber spannend, so eine Million im Gepäck zu haben ... ;)

Religion spielt hier eine große Rolle: Jeden Tag werden Gebete gemäß muslimischer Glaubensrichtung lautstark auf den Straßen und Gassen präsentiert.

Die Landschaft in der Region Nusa Tenggara, zu der eben auch Lombok gehört, ist vielfältig und tropisch. Speziell für Lombok gilt: Auf dem Land ist neben den teils großflächigen Wäldern Indonesiens zweitgrößter Vulkan Zuhause. Den Gunung Rinjani werden wir in jedem Fall zu erklimmen versuchen. 3.726 Meter, die hohe Luftfeuchtigkeit und ein recht steiler Austieg sind dabei herausfordernd. Details dann zu gegebener Zeit. Gleichzeitig ist die Landschaft unter Wasser auch spannend. Tauchen und Schnorcheln stehen hoch im Kurs. Ein 'pinker' Strand, manigfaltige Surfbuchten und Wasserfälle runden das Spektrum ab.

Wo also anfangen? Um mich zu akklimatisieren, standen 2 Tage Strand-Checks, chillen am heimatlichen Pool und sonst recht wenig auf dem Programm. Morgen geht's dann surfen üben.

Die Zeitverschiebung beträgt im Übrigen +6Stunden. Deswegen geht's für mich jetzt husch ins Bett.

Gute Nacht!



11. August 2014

Think BIG

Was mir einfaellt, wenn ich an die USA denke? Fettiges Essen. Bier. Einkaufszentren (engl. = Malls) an jeder Ecke. Komfort: Wir koennten zum naechsten Restaurant laufen. Oder wir nehmen das Auto. Wir nehmen also das Auto. Und "XXL" in allen Lebensbereichen. Damit meine ich, dass alles eine Nummer groesser ist, als man das von zu hause kennt. Autos, Mahlzeiten, Strassenschilder - sucht euch etwas aus.



Ich war in den letzten Tagen viel unterwegs mit Ron und einer Freundin von ihm, Rae. Bei Ron bin ich auch untergekommen. Ich kenne ihn seit dem Suedfrika/Trip im letzten Jahr. Und einige von euch haben ihn kennengelernt, als er mich im letzten Sommer in Karlsruhe besucht hat.



Danke einer Stadtrundfahrt kenne ich nun ein bisschen der Historie, bin durch das Musikmuseum EMP geschlendert, bin an Kulissen fuer Grey's Anatomie und Schlaflos in Seattle vorbei gerauscht und habe mich gleich zweimal in Jimmy Choo's verliebt (Schwarz und Gold). ;)



Abwechslungsreich war das Essen nur bedingt. Wir waren in Kirkland die wohl schaerfsten Chicken Wings der Stadt essen, Burger in einer Brauerei futtern, ueberdimensionale Blaubeer-Pancakes geniessen und haben riesige Portion Popcorn mit ordentlich fluessiger Butter bei einem Kinobesuch verdrueckt. Daneben hatten wir oefters mal mexikanisches Essen auf dem Tisch wie bspw. Burritos, Nachos oder aehnliches. Ich bin also bereit fuer den kommenden Winter in Deutschland.



Morgen frueh geht es weiter nach Ecuador. Ich ueberlege gerade, ob ich nicht doch noch schnell auf den Galapagosinseln vorbei schauen soll. Lust haette ich schon. Ich halte euch auf dem Laufenden! :)

Bis demnaechst!
Jasmin


18. Februar 2010

Namaste

Ich glaube, ich bin angekommen. In Indien meine ich. Es hat mich eine Weile und noch mehr Nerven gekostet, mich mit meiner neuen Umgebung anzufreunden. Es fehlte mir auch schlicht die Zeit. Martin und ich sind ziemlich zuegig unterwegs, wir werden bis kommenden Sonntag sieben Staedte in 16 Tagen besucht haben und das ist ein durchaus straffes Programm. Hinter uns liegen die ein oder andere stressige Zug-/Bus-/Taxifahrt, fruehes Aufstehen und spaetes zu Bett gehen. Dazu kommen allgegenwaertiger Laerm, Dreck und Mief; bellende Verkaufer und Taxifahrer, die einen minuetlich bedraengen; Muetter mit Babies, Kleinkinder und Menschen mit missgebildeten Gliedmassen, die einen auffordern, ihnen Geld zu geben. Abzulehnen und den Kopf weg zudrehen war und ist nicht immer einfach. Ich kann das seit ein paar Tagen mit Humor nehmen. Irgendwie.



Denn unter der aufdringlichen, penetranten Oberflaeche gibt es auch so viele Schoenes zu entdecken. Auf den zweiten Blick eben: Da sind die Gewuerzstaende, bei denen einem die Nase von den Bergen roter, getrockneter Chilieschoten kribbelt; die kunterbunten Farben der Saris (Bekleidung fuer Frauen), die das Grau so mancher Stadt und das Elend um sie herum beinahe vergessen machen; das Taj Mahal, das sich selbst nach 350 Jahren immer noch so schoen und anmutig ueber der kleinen Stadt Agra erhebt wie damals (geh ich mal von aus) und wohl zu jeder Tageszeit wie ein Gemaelde wirkt; Elefanten, Kamele, Affen und hunderte von Pfauen lassen orientalischen Flair aufkommen; entspannt liegen, stehen, zuckeln Kuehe durch die Strassen und bringen so manchen Taxifahrer zum Schwitzen; leckeres, ordentlich gewuerztes Essen bringt einen hier beinahe zum Platzen; Inder zu beobachten, wie sie miteinander reden und dabei nicht selten mit dem Kopf wackeln ist mitunter ein abendfuellendes Programm; fuer mich ganz persoenlich ist es auch wunderbar, G. D. Roberts Buch Shantaram zu lesen, das zu einem Grossteil in Mumbai spielt - und dabei Indien ein bisschen besser kennen zu lernen ...

Ich kann euch oft nur schwer beschreiben, was Indien ausserdem ausmacht. Einen Besuch ist es in jedem Fall wert.

Bis demnaechst!!

12. Februar 2010

Mehr Indien

Bevor ich nach Indien los gezogen bin, habe ich mich nochmal eben in einen Buchladen zurueck gezogen und allerhand interessantes ueber den Staat gefunden. Hier ein paar Auszuege:

- Auf etwa 3,3 Mio. km^2 leben 1,2 Mrd. Menschen. Pro km^2 sind das also rund 350 Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland (dem bevoelkerungsreichsten Land der EU) sind es im Schnitt etwa 230 und Australien 2,7. Verrueckt...

- Knapp 17 % der Weltbevoelkerung leben in Indien, dem zweitbevoelkerungsreichsten Land der Welt.

- Gegessen wird mit mit der Hand. Die rechte gilt als rein und wird daher als einzige zur Nahrungsaufnahme herangezogen. Die Linke ist gerade gut genug, um sich die Schuhe an- und auszuziehen. Das sollte man stets tun, wenn man Gebaeude, und ganz speziell Tempel, betritt.

- Fuer die Damen gilt: Schultern bedecken und mindestens knielange Hosen/Roecke mit kneitragen. Das war fuer mich ein kleiner Schock, denn nachdem ich Neuseeland verlassen habe, habe ich den Grossteil meiner langaermeligen Sachen nach hause geschickt - meine Wanderstiefel inklusive. Hier in Indien haette ich einige nette Wanderungen unternehmen koennen. Naechstes Mal dann...

- Haendlern und bettelnden Kindern, von denen es hier wirklich zu hauf gibt, sollte man nie in die Augen schauen oder mit ihnen reden. Sobald man das tut, bekommt man sie oft schwer vom Rockzipfel. Das ist fuer mich oft hart, denn komplett mit Scheuklappen durch die Strassen zu laufen, ist bei den vielen Geraeuschen, Geruechen und Kuriositaeten wirklich nicht einfach.

- Waehrung ist die Indische Rupie, von denen 64 gerade mal einen Euro wert sind. Das macht das Reisen hier allerdings sehr guenstig.



Das wars fuer's erste. Gerade zieht eine Hochzeitsgesellschaft lautstark durch die Strassen. Das muss ich mir ansehen!! Bis demnaechst also!!

Das also ist Indien

Wow, ich bin schon ein paar Tage hier und komme gar nicht dazu, all das zu verarbeiten, was ich sehe/ erlebe. Eigentlich wie immer... ;)

Ich war in der Zwischenzeit in der Seenstadt Udaipur, was bisher der schoenste Aufenthaltsort der Indienreise war. Wie schon angedeutet hatten wir das bisher gemuetlichste Hotel, die ruhigste und entspannteste Zeit.

Danach gings dank Busfahrt holprigerweise nach Jodhpur. Die blaue Stadt, wie sie gerne auch genannt wird, verdankt ihrem Namen der indigoblauen Farbe, die man hier z. T. reichlich an Haeuserwaenden findet. Sie wurde benutzt, um die Zugehörigkeit der Bewohner zur Kaste der Brahmanen zu vermitteln. Um Touristen anzuziehen und Moskitos abzuhalten, gestalten heute aber auch Nicht-Brahmanen ihre Haeuser blau.



Mittlerweile sind Martin und ich weiter durch den Bundesstaat Rajasthan gezogen und in der Wuestenstadt Jaisalmer gelandet, die wegen ihrer Sandsteinbauten auch die goldene Stadt genannt wird. Wir waren zwar drauf und dran, auf einem Kamel die Wueste Thar zu bereisen, aber schon morgen wollen wir in die rosarote Stadt Jaipur aufbrechen, welche gleichzeitig die Hauptstadt Rajasthans ist. Die Farbe rosa steht fuer Gastfreundlichkeit im mehrfach genannten Bundesstaat und wurde eigens fuer den Besuch des Prinzen Albert von England im Jahr 1853 an den Haeuserwaenden angebracht. Haetten wir das auch geklaert. Toll, welche Spitznamen die Staedte hier haben, oder?! ;)



So viel erst einmal dazu. Bis demnaechst!!

2. Februar 2010

Weiter geht's!

Nachdem ich Perth mitsamt Australien, meinen Kumpel Timmy und dessen neue Mitbewohner und einiges mehr hinter mir gelassen habe, bin ich nun in Asien gelandet. Wie gewoehnlich habe ich mir eine Couch bei Einheimischen gesucht und bin erneut ungemein herzlich aufgenommen worden. Ich bleibe fuer drei Naechte bei Chykah und ihrer Familie in einer der ach so typischen Hochhaus-Wohnungen, ein wenig abseits der Innenstadt Singapurs.

Der Stadtstaat ist gleichzeitig ein Inselstaat und umfasst immerhin mehr als 50 dergleichen. Ausserdem ist Singapur der kleinste Staat Suedostasiens. Die Landessprache ist englisch, aber in der Regel spricht hier jeder Einwohner zumindest eine weitere (zumeist asiatische) Sprache. Meine Gastfamilie beispielsweise stammt urspruenglich aus Malaysia. (Das ist auch der Grund, warum zuhause rund um die Uhr malaiische Daily Soaps laufen...) Der Kulturmix macht sich in der Stadt selbst in so fern bemerkbar, als dass viele Hinweise in mehreren Sprachen verfasst sind, von denen ich nur die englische nachvollziehen kann. ;)

Alles ist hier sehr ordentlich, sauber und aufgeraeumt: Der Flughafen ist ueberwiegend mit Teppichboden ausgelegt, fuers Muell auf die Strasse fallen lassen gibt's saftige Geldbussen und in der U-Bahn sind die Laufrichtungen fuer Ein- und Aussteiger vorgegeben und deren Wege manchmal sogar durch Absperrungen voneinander getrennt.

Ich habe in den letzten Tagen die Touristeninsel Sentosa Island besucht, war in der Innenstadt und habe mich mit anderen Couchsurfern getroffen. Morgen wird sich meine Gastgeberin ihren 'Kopfschmerzen' hingeben und mir mit ein paar ihrer und meiner neuen Freunde die Stadt noch ein wenig naeher bringen. Tja, und schon am Donnerstag fliege ich nach Mumbai/Indien, meiner letzten ausgiebigeren Tour. Schnell geht das...

Ich halte euch wie immer ueber den Rest meiner Reise auf dem Laufenden - bis demnaechst!!

29. Januar 2010

Das Leben an der Westkueste

Die letzte Station in Australien, das erste Mal an der Westkueste: Hallo Perth!
Ich bin seit letztem Samstag hier und habe auf dem Weg hierher einen wirklich unterhaltsamen Flug hinter mich gebracht. Willow erzaehlte mir von den Parties, die die Australier feiern, wenn es dank eines Zyklons/Taifuns mal wieder ein paar Tage ohne Strom zu verbringen gilt. Und Ian, der hauptberuflich Drachen fuers Kitesurfen vertreibt, hat mir Geschichten erzaehlt, die er beim Kitesurfen erlebt hat und ausserdem von seinen Skulpturen, die er nebenberuflich kreiiert. Wir hatten ein wenig Zeit zum Plaudern, denn wir haben an diesem Tag mehr als 3.400 km zurueck gelegt. Ist das nicht Wahnsinn? Schon die Strecke von Sydney nach Perth entspricht etwa der von Madrid nach Moskau, einen aehnlichen fuer meine Strecke habe ich leider nicht gefunden.
Nett anzusehen war auch der Uluru (der weltbekannte Ayers Rock) im Northern Territory, den ich fuer kurze Zeit bestaunen konnte als wir eine Zwischenlandung in der Naehe eingelegt haben. Vielleicht seh ich mir den beim naechsten Mal genauer an...

In jedem Fall gefreut habe ich mich auch, Timmy wieder zu sehen, den ich noch aus Deutschland kenne. Verrueckter Kerl sag ich nur: Das erste was ich in Perth gesehen habe, nachdem er mich vom Flughafen abgeholt hat, war seine alte Wohnung, wo ich ihm beim Umzug geholfen habe. Nach wenigen Minuten hatten wir die letzten Habseligkeiten eingesammelt, sauber gemacht und schwupps gings in die neue Bleibe. Er wohnt nun in einem grossen Haus, dass naher an seiner Uni liegt. Das Haus bewohnt er nicht alleine und seine Mitbewohner sind ganz sicher nicht alltaeglich. Er, bzw. 'wir' leben mit einer Familie zusammen, die aus insgesamt fuenf Mitgliedern besteht: Der italienische Papa Josef und die englische Mutti Jane samt ihren Kids Marcus und Danica. Die aelteste Tochter Laura wohnt mit ihrem Freund ein paar Strassen weiter. Es geht weiter mit Lauras fester Freundin Mel; Marcus' Kumpel Kyle; Rob, einem weiteren Freund der Familie. Muss ich dazu sagen, dass ich etwas ueberrascht war, als ich allen vorgestellt wurde?! ;) Aber tatsaechlich ist alles halb so chaotisch wie es im ersten Moment scheint. Alle sind nett und es ist wirklich IMMER jemand zum quatschen da.

In der vergangenen Woche habe ich selbst maessig viel unternommen. Timmy arbeitet waehrend der Semesterferien und ich muss mich it dem verrueckten Busnetz herumschlagen. Dennoch habe ich mich ein wenig in Perth umgesehen, war im Botanischen Garten (der wohl der groesste innerstaedtische und meiner Ansicht nach auch der bisher schoenste meiner bisherigen Tour ist), habe einen Abstecher in den Vorort Fremantle gemacht, welcher wiederum mit alten Gebaeuden voll gepackt ist und habe mit Timmy und ein paar neuen Freunden den Australia Day gefeiert. Anlass fuer letzteren ist die erstmalige Vereinigung der wenigen Bundesstaaten des Kontinents zu einem einzigen Land. Man koennte sagen, es ist der Tag der australischen Einheit. An diesem Feiertag wird tatsaechlich heftig gefeiert, natuerlich traditionell mit viel Grillgut, Bier und einem bunten Feuerwerk in den groesseren Staedten. Eine runde Sache... ;)

Bis demnaechst!

22. Januar 2010

Schattenseiten im sonnigen Paradies

In den letzten Monaten hat sich einiges veraendert, habe ich mich sicher auch veraendert. Nicht nur, dass ich kaum noch deutsch spreche, ich denke anders. Die Gelassenheit der Menschen um mich herum, das Wetter und noch vieles mehr faerben immer mehr auf mich ab. Hier unten zaehlt nicht, was du tust, sondern wie du dich gibst. Und was ich besonders wert schaetze ist die Offenheit derjenigen, denen ich begegne. Jeder scheint hier willkommen zu sein. Ich sage bewusst scheint, denn vollkommen wahr ist das nicht. Ich spreche lediglich aus meiner Erfahrung heraus und moechte meine Augen vor der Realitaet in diesem Land nur ungern verschliessen.

Gerade in der Beziehung zu Indien hat es in den vergangenen zwei Jahren, bzw. speziell im letzten Monat vermehrt Stoerungen gegeben. Gerade erst im Dezember wurde ein indischer Student in Melbourne getoetet, offensichtlich vor einem rassistischen Hintergrund. Einen kurzen, wenig informativen, aber aktuellen Bericht habe ich hier fuer euch vorbereitet, einen ausfuehrlicheren, aber aelteren gibt es hier.
Auch mit den Aboriginis wird mitunter nicht zimperlich umgegangen. Rassismus ihnen gegenueber ist kein Geheimnis, Krawalle und Schlaegereien nicht selten, Trunkenheit und Unwissen tun ihr uebriges. Auf beiden Seiten.
Das ist nicht ist meinen Augen nicht nur tragisch, sondern auch beschaemend fuer ein Land, dass die Laessigkeit in Reinkultur zu pflegen scheint.

Was nicht heissen soll, dass ich mich unsicher fuehle. Im Gegenteil, bisher lief alles rund und ich hatte im oben beschriebenen Kontext keinerlei Probleme. Und welches Land hat keine Sorgen? Darueber hinaus habe ich in Australien und Neuseeland ausschliesslich positive Begegnungen mit Indern erlebt, woher unter anderem mein Wunsch dieses Land zu bereisen herruehrt. Dieser Trip ist nach wie vor eine wundervolle Erfahrung, die ich nicht missen moechte. Und sie ist noch nicht abgeschlossen, wofuer ich sehr dankbar bin.

Bis demnaechst!

21. Januar 2010

Traumhaft

Mein letztes Couchsurfing-Abenteuer scheint schon wieder Ewigkeiten zurueck zu liegen. Seitdem ich Rockhampton mit zwei neuen Freunden hinter mir lassen musste, bin ich ein wenig traurig: Auch mit meinen Gastgebern Sean und Scott habe ich mich blendend verstanden. Um genau zu sein habe ich die meiste Zeit mit Scott's Mitbewohner Sean verbracht, denn Scott musste samstags geschaeftlich nach Melbourne fliegen. Mit Sean war ich dann an einigen Straenden, wo wirklich nur einige wenige Ortsansaessige geangelt haben; wir haben blaue Krabben gejagt, die in riesigen Gruppen am Strand entlang gezuckelt sind; hatten frische, riesige Garnelen am ersten und ein leckeres Steak am zweiten Abend und von meinem Bett aus konnte ich morgens einen Mangobaum mitsamt farbenpraechtigen Papageien sehen. Das war wieder ein sehr schoenes, entspanntes Wochenende und ich habe meine Zeit in Rockhampton, das hierzulande als eher langweilig verschrien ist, sehr genossen.

Die aktuelle Station lautet Airlie Beach, von wo aus ich einen Segeltrip zu den Whitsunday Islands unternommen habe. Das war traumhaft! Ich erwische die Gegend hier zwar mitten in der Regenzeit, hatte aber einmal mehr Glueck mit dem Wetter. Es war trocken, heiss (ca 34 Grad) und so haben wir postkartenreife Bilder und Videos von sagenhaft weissen Straenden aufgenommen, waren schnorcheln und baden in tuerkisblauem Wasser und haben Fische und schoene Korallen gesehen. Die Inseln gehoeren noch nicht zum Great Barrier Reef, aber stehen dem in kaum etwas nach (denke ich). Mehr Infos ueber die Inseln findet ihr hier.

Ein Glueck bin ich an den beiden Tagen auf dem Segelschiff kaum an Land gewesen, so dass meine Moskitostiche endlich ein wenig abheilen konnten. Die Viecher sind ein Plage und seitdem es hier in den letzten Wochen relativ viel geregnet hat, sind sie extrem aktiv. Und sie lieben mich. Drueckt mir die Daumen, dass ich die letzten Tage an der Ostkueste Australiens heil ueberstehe.

Bis demnaechst!!

8. Januar 2010

Die lieben Ozzis

Ich hatte euch schon einmal dezent darauf hingewiesen, dass die Australier ein ziemlich entspanntes Zusammenleben pflegen. Meiner Meinung nach resultiert das nicht nur an der (zumeist) fantastischen Wetterlage, sondern auch an dem Umgang miteinander.

Was mir deutlich aufgefallen ist, sind die kinder-, bzw. familienfreundlichen sowie oftmals behindertengerechten Einrichtungen: In oeffentlichen Verkehrsmitteln gibt es vereinfachte Zustiegsmoeglichkeiten und mehr Sitzgelegenheiten, aber auch eine deutlich groessere Anzahl an diversen, speziellen Parkplaetzen in der Naehe von Einkaufszentren zum Beispiel. So hat es mich nicht wirklich verwundert, dass ich am Stadtstrand von Brisbane neulich einen Rollstuhl im Sand entdeckt habe.

Aber auch Hilfestellung im Alltag wird gross geschrieben. So war ich letzte Woche Zeuge, wie gleich vier Menschen auf der Strasse einer Dame beim Zusteigen in ein Taxi behilflich waren, als ihr eine Packung mit Metallstaeben entglitt. Und eine derartige Hilfe boten sowohl Jugendliche als auch Berufstaetige im Kostuem an. Ich kann mich nur sehr vage daran erinnern, wann ich einen derartig grossen Andrang das letzte Mal in Deutschland erlebt habe.
Auch am Flughafen macht sich das bemerkbar: Vor dem Zusteigen wird man schon einmal gebeten, den aelteren Herrschaften, Familien oder bewegungseingeschraenkten Menschen Vorrang zu geben. Was ohne Weiteres funktioniert. Dinge wie diese sind nicht nur bemerkenswert, sondern haben eigentlich einen Orden verdient.

Was ich von meinen Couchsurfing-Gastgebern sagen kann ist, dass alle (auch die in Neuseeland) stets hoeflich, zuvorkommend und immer sehr gastfreundlich agiert haben. Ein weiterer Grund, warum ich demnaechst wieder eine Couch aufsuchen werde. ;)

Bis demnaechst!

27. Dezember 2009

Heisse Weihnacht

Ihr Lieben, was soll ich euch sagen, in den letzten Tagen habe ich viel zu oft viel wenig geschlafen. Am 24.12. habe ich mich auf zu einem nahe gelegenen Leuchtturm gemacht, um den Sonnenaufgang zu sehen. Um 4.30 Uhr hiess es daher 'Aufstehen!!' Waere es nicht bewoelkt gewesen, haette ich mich vielleicht ein wenig mehr dafuer begeistern koennen... ;-) Am Abend nahm ich dann an einer grossen Weihnachtsfeier teil, die in meinem Hostel stattfand. Essen und trinken, Musik hoeren und quatschen, Opossums und Geckos beobachten - es war eine gute Mischung, um nicht zu sehr an das 'normale' Weihnachten zu hause denken zu muessen. Zusammen mit einem kunterbunten Haufen netter Europaeer habe ich dann auch den naechsten Tag verbracht: da waeren der Klemptner Pal aus Norwegen, der alles aufgegeben hat, um zu reisen; die Marketing-Expertin Claire aus England, die Frau mit den blonden Locken, die durchweg gut gelaunt ist, quatscht und lacht; die Surfer-Prinzessin Riitta aus Finnland, die in einer schwedisch-sprachigen Schule unterrichtet; Dan aus Amerika, der mit seiner Verlobten Fiona in London lebt und nun mit ihr und einer ehemaligen Mitbewohnerin durch Australien reist; Freek aus Holland, der staendig E-Mails von seiner Katze Zorro bekommt; der etwas ruhigere Neill aus Schottland, der mich an Carlton Banks aus 'Der Prinz von Bel Air' erinnert ... Und noch ein paar mehr. Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass wir immer genug Gespraechsstoff hatten. An diesem Abend bin ich trotzdem frueh ins Bett, um mitten in der Nacht aufzustehen und ein paar Telefonanrufe in die Heimat zu entrichten. Was tut man nicht alles?



Weihnachten ist damit vorbei und mein Trip hat mich gestern nach Brisbane gefuehrt. Da die Geschaefte am 26.12. trotz des Feiertags geoeffnet hatten, die Sonne (meistens) schien und sich irre viele Leute auf den Strassen getummelt, Strassenmusiker gespielt haben hatte ich mich ein wenig nach Melbourne zurueck versetzt gefuehlt. Ein gutes Gefuehl, zugegeben. Melbourne war fuer mich bisher die aufregendste Stadt, was das Unterhaltungsangebot angeht. Brisbane ist offensichtlich weniger aufregend. Ich werde mich in den naechsten Tagen mit Kaffee trinken, zurueck lehnen, gegen die schwuele Hitze ankaempfen und Buecher lesen beschaeftigen. Auf letzteres freu ich mich schon, denn allzu viel Zeit zum Lesen hatte ich bisher nicht.

Derzeit amuesiere ich mich koestlich ueber Brian Thacker und sein Buch Couch Surfing (...). Er selbst ist Australier und hat sich aufgemacht um verschiedenste Couches zu entdecken, die verstreut auf dem kompletten Globus liegen. Wenn ihr wissen wollt, was es mit seinem zeitweise 'postnuklearen Gesicht' auf sich hat, welch abstruse Gruppen man auf www.couchsurfing.org finden kann (kennt ihr Anhaenger der 'Kirche des fliegendes Spaghettimonsters'??) oder warum sich Brian fuer die Couch von Bob entschieden hat, obwohl er 'gerne aus moeglichst grossen Hoehen pinkelt' - ihr erfahrt es in diesem Buch.
Ganz nebenbei lernt man aber auch einige Charakteristika fremder Laender kennen. Ernsthaft. So heizen die Islaender bspw. ihre Gehwege und die Stadt Chicago verdankt ihren Namen der indianischen Bezeichnung fuer 'Stinktier'. Interessant, oder nicht?! ;-)

Bis demnaechst!!

24. Dezember 2009

Oh Tannenbaum

Ja, es ist soweit. Weihnachten samt Feiertagen standen dieser Tage vor der Tuer. Hier in Australien war es zunaechst bewoelkt, was aber nicht heisst, dass es nicht warm ist. Ausserdem habe ich mich ueber das beste Geschenk ueberhaupt gefreut: die Rueckgabe meine Kreditkarte, die vor 2 Tagen von einem Geldautomaten geschluckt worden ist. Ich bin sooo gluecklich!! *lach*

Knapp dahinter rangieren die guten Wuensche und ein paar Geschenke, die ich bekommen habe. Besonderes Kussi geht raus an Sarah - ich hab's gemaess der australischen Sitte erst am Morgen des 25.12 aufgemacht. Ich hab mich tierisch drueber gefreut! ;-)

Hochoffiziell gibt es die Geschenke in Australien naemlich am Morgen des 25. Dezember. Aber es ist nicht untypisch, dass einige Familien wie wir auch am 24.12. feiern - das liegt daran, dass es so viele Einwanderer gibt.
Was ausserdem besonders ist? Der 'Boxing Day' am 26. Dezember. Ich dachte zuerst, dass das der Boxing Day deshalb so heisst, weil es handfeste Streitereien um die besten Geschenke gibt. Aber das ist natuerlich weit gefehlt. Vielmehr packen viele Familien die Reste des Weinachtsessens in Kartons (Box) und schenken es Beduerftigen. Einige Familien verschenken sogar Kleidung oder aehnliches. Eine schoene Geste, wie ich finde. Ausserdem besucht man natuerlich seine Verwandtschaft waehrend der Feiertage. Wie ich gestern feststellen konnte, sind viele Geschaefte geoffnet, trotz des Feiertags.

Tannenbäume sind selten und teuer, deshalb stellt hier fast jeder einen Plastiktannenbaum auf. Auch vor Statuen und Bussen wird nicht halt gemacht, beinahe ueberall wird buntes Lametta aufgehangen. Kitsch pur!

Der Hitze wegen verlegen die Familien das Feiern gerne nach Draußen. Man trifft sich auf Wiesen, im Wald oder am Strand, wo man dann bis in die Nacht beieinander sitzt, Weihnachtslieder singt und Lagerfeuer entzündet. Dabei ist der Weihnachtsmann immer mit von der Partie. Ich habe auch schon ein paar dieser Spezies gesehen - mal mehr, mal weniger konventionell...

Ich hoffe, ihr hattet ein wunderbares und besinnliches Fest. Und denkt immer daran: No worries! (Keine Sorgen!) :-D Ich habe ganz fest an euch gedacht und freue mich darauf, euch noch mehr Geschichten ueber meinen Trip zu erzaehlen.

Bis demnaechst!

20. Dezember 2009

Unfassbar, unbeschreiblich, unbezahlbar

Sydney zu verlassen scheint eine groessere Herausforderung zu werden, als ich dachte. Ich wollte gestern gehen, aber ich habe meinen Bus nach Byron Bay nicht rechtzeitig gebucht und nun ist es Montag, Tag 8 in ein- und derselben Stadt. Hier zu bleiben ist allerdings nicht wirklich schlimm, immerhin ist in der vergangenen Woche viel passiert: Neben dem ersten Surftraining am Strand ist mein erstes, offizielles Couchsurfing-Experiment geglueckt, ich war am Wochenende auf Photo-Safari; in den Blue Mountains, die eine gute Stunde von der Stadt entfernt liegen; mit dem Kajak ein paar Buchten erkunden; habe auf dem Boogie Board gegen Wellen gekaempft; mich in den unzaehligen Museen unter anderem mit Astronomie, den 80er Jahren und zeitgenoessischer Kunst beschaeftigt; war im Rotlichtviertel der Stadt tanzen (Kings Cross ist Rotlicht- und Ausgehviertel zugleich) und mich gezwungen, alle moeglichen Biersorten zu probieren (war gar nicht so schwer).

Hier ein paar Impressionen aus der Photo-Safari in den Blue Mountains:



Nebenbei bin ich mit einem Millionaer um die Haeuser gezogen (er faehrt nen Honda und wohnt in einer WG), habe mir von Kameramann Martin ueber seine letzte Begegnung mit dem Dalai Lama erzaehlen lassen (es war bereits das dritte Mal, also nicht mehr ganz so besonders fuer ihn) und bin meinem ersten Kaenguruh begegnet (es ist frisch vom Grill gehuepft und war 'medium raw'). Wo wir gerade beim Essen sind - es gab Sushi, indische und thailaendische Kueche und Fruehstuecken war ich auch das ein oder andere Mal (meist gegen Mittag). Den wohl groessten Schreck meines Lebens habe ich erlebt, als ich beim Online-Banking ein geraeumtes Konto vorfand (kein Scherz! Hat sich aber alles aufgeklaert, ich bin doch nicht mittellos - Gott sei Dank!).

Ich bin durchweg begeistert von der Freundlichkeit der Ortsansaessigen und deren Art zu leben und hatte Spass mit einer alten Freundin aus Deutschland. Was ich hier lasse ist Musik aus Deutschland (jaaa, so manch einer steht auf MIA und Clueso) und ein Stueck Herz. Was Glueck ist? Keine Ahnung, es fuehlt sich jeden Tag anders an - genau wie das Leben in dieser Stadt.

Bis demnaechst!

17. Dezember 2009

Sonne, Strand und (couch)surfing

Es ist vollbracht, ich habe mein erstes offizielles Couchsurfing-Erlebnis hinter mir. Genauer gesagt zwei. Am Dienstag habe ich mein Profil auf couchsurfing.org erstellt und gleich relativ viele Antworten bekommen. Nachdem ich mich schon am Dienstag das erste Mal mit meinem aktuellen Gastgeber Aaron getroffen habe, sind wir die letzten beiden Tage am Strand rum gegammelt, haben uns dort mit Natalie getroffen, die ich noch aus Pforzheim kenne und eine entspannte Zeit gehabt.

Wie kann solche Menschen uebers Internet finden, fragt ihr euch?! Auf der Internetseite von couchsurfing.org erstellt man wie gesagt ein Profil und beantwortet einen Haufen Fragen (bspw. Interessen oder den Grund fuer das Interesse am Couchsurfen). Gegen eine geringe Gebuehr kann man sein Profil verifizieren lassen, das bedeutet, dass die Betreiber der Seite die angegebenen Profildaten ueberpruefen und einen danach als tatsaechlich existierende Person ausweisen. Das geschieht vor dem Hintergrund, die Sicherheit aller Teilnehmer so weit wie moeglich zu gewaehrleisten.

Wenn man also durch die Profile klickt, bleibt man unweigerlich beim ein oder anderen haengen. Aaron fiel auf, weil er unter dem Punkt Philosophie 'Keeping the beer cold' (in etwa: Er bemueht sich darum, das Bier kuehl zu halten) angegeben hatte. Bei den anderen Gastegebern waren es andere Gruende, er war lediglich der schnellste, der mir geantwortet hatte.

Und nachdem wir am Dienstag abend feiern waren, gings dann Mittwoch an den Whale Beach, der weniger von Touris besiedelt ist. Dort war ich weniger surfen, als vielmehr am Strand ueben, wie man mit dem Board umgeht. Allein aus einer liegenden Position auf die Beine zu kommen, ist gar nicht so einfach - auch waehrend einer Trockenuebung. Nach einer Weile haben wir uns dann Boogie Boards geschnappt und haben uns den Wellen baeuchlings gestellt. Das hat unheimlich viel Spass gemacht. Wie ihr auf dem Bild hier erkennen koennt, kann man sich einfach auf das Brett legen und sich mit einer geeigneten Welle zurueck zum Strand tragen lassen. Klingt ein wenig traege, aber bis man eine geeignete Stelle zum Abpassen der Welle gefunden hat und eine genuegend grosse Welle mitnehmen kann, muss man sich durch einige (!) andere Wellen kaempfen, was alleine schon maechtig Spass macht. Hat man eine vermeintlich gute Welle vor der Nase, heisst es schnell rumdrehen und paddeln was geht! Wooooohoo! ;-)




Was ich sonst noch gemacht habe? Surfer beobachtet (damit kann man sich eine Weile beschaeftigen), mich mit Natalie getroffen, abends am Darling Harbour Essen gewesen, meinen ersten Sonnenbrand eingefangen (ja, leider!) und einen anderen Couchsurf-Gastgeber auf einen Drink getroffen. Letzterer war eher, naja, lasst mich sagen 'alternativ'.

Ob mein Segelturn heute abend stattfindet, weiss ich noch nicht. Es regnet heute und mein naechster Couchsurf-Gastgeber hat mir dahingehend noch nicht Bescheid gegeben. Drueckt mir die Daumen, dass ich heute abend in den Sonneruntergang segeln kann! :-D

Bis demnaechst!

12. Dezember 2009

Melbourne!? Melbourne!!

Ihr werdet's mir nicht glauben, aber ich bin immer noch hier in Melbourne. Der Grund? Puccini. Und 'La Boheme'. Ihr kennt die Oper nicht? Ich mittlerweile schon und das ist der Kultur(haupt)stadt Melbourne zu verdanken. Ein paar Freunde aus dem Hostel haben mich darauf aufmerksam gemacht und nach kurzer Bedenkzeit habe ich mein Busticket fuer Sydney umgebucht.

Gestern abend fand also diese Open Air-Auffuehrung statt, die nicht nur atemberaubend, sondern auch kostenlos war (was mich ein bisschen an "Das Fest" in Karlsruhe erinnert hat). Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine Oper besucht zu haben, mir war kam aber spontan in den Sinn, wie Richard Gere in Pretty Woman zu Julia Roberts sinngemaess sagte: 'Entweder man hasst die Oper, oder man liebt sie.' Ich denke, ich liebe sie. Oder die Menschen, mit denen ich das erlebt habe. Zu sechst sassen wir (zeitweise etwas verfroren) inmitten hunderter von anderen Menschen, die eine Art Picknick mit der Oper verbanden. Es war so untypisch fuer das, was man sich sonst unter einer Opernauffuehrung vorstellt. Aber es war gut, einfach nur schoen!

Und was noch besser ist: Gestern waehrend der Auffuehrung hat mir Dan angeboten, mit mir die Great Ocean Road abzuklappern - in zwei Tagen , wie ich es mir gewuenscht hatte. Manchmal kann ich gar nicht fassen, wie sich grossartige Gelegenheiten auftun - und ich so viele davon nutzen kann.





Oh, und eine weitere glueckliche Fuegung hatte ich euch noch gar nicht mitgeteilt: Vorgestern hat es wie aus Kuebeln geschuettet hat und ich hab mich unter einem Sonnenschirm einer Kaffeebar in Sicherheit gebracht - daraufhin hat mich einer der Bedienungen hereingwunken und mir einen Schirm in die Hand gedrueckt. Geschenkt!! Eine verrueckte liebenswerte Stadt...

aber jetzt muss ich dringend zum Frisoer (ich hatte gestern einen Termin, den meine Friseurin offensichtlich vergessen hatte und - welch ein Glueck! - ich kann HEUTE einen Termin wahrnehmen!!)

Bis demnaechst!

8. Dezember 2009

Welcome to Australia/ Willkommen in Australien

Hey da draussen,

seit gestern bin ich in Melbourne und ich kann euch sagen, dass ich ein paar Tage laenger in Neuseeland haette verbringen sollen. Das Wetter hier in Melbourne ist bescheiden, heute regnet es sogar! AAAAAAAHHH! Das ist nicht gut. Hinzu kommt der Kulturschock, denn 3,6 Mio Einwohner sind nicht zu vergleichen mit den gemuetlichen, kleinen Orten, die ich waehrend der vergangenen 4 Woche besucht habe. Ich will hier weg. Aber zuvor sollte ich noch die Great Ocean Road befahren, denn das Panorama muss ueberwaeltigend sein. Die beinfdet sich auf dem Weg nach Suedwesten und ist sicher nicht so aufregend im Dauerregen, also werde ich hier noch ein paar Tage ausharren und Museen besuchen. Die gibt es hier zu hauf! Gestern habe ich einen kurzen Blick in die Innenstadt geworfen und mir bereits das Museum fuer neue Medien zu Gemuete gefuehrt, wo die Entwicklung des "bewegten Bildes" gezeigt und auch multimedial begleitet wird. Das bedeutet, dass man das Museumsgeschehen aktiv erleben kann. Unter anderem darf man auch Computerspiele ausprobieren und ich hab mich gar nicht zwischen der Nintendo Wii und dem guten alten Megadrivespiel 'Sonic, the Hedgehoge' entscheiden koennen... :-) als ich dann in meinem Hostel ankam, bin ich totmuede ins Bett gefallen und habe von 18.30 Uhr bis heute mrgen gegen 8.30 geschlafen. Das habe ich wohl gebraucht...

Die letzten beiden Tage waren uebrigens noch einmal richtig schoen, was die Leute um mich herum angeht: Elena, Julia und Lion haben mich morgens frueh zum Flughafen gebracht und sind dafuer die ganze Nacht aufgeblieben. DANKE EUCH NOCHMAL!!
Nachdem ich in Australien angekommen bin, habe ich mich erst einmal mit einer neuen Telefonnummer versorgt und gleich meinen Australien-Bekanntschaften kurzgeschlossen. Nat in Melbourne und Timmy in Perth haben mich gleich angerufen, was mich wirklich gefreut hat. In Brisbane werde ich irgendwann auch Natalie treffen, die ich noch aus meiner Schulzeit in Pforzheim kenne. Sie arbeitet schon eine ganze Weile dort und irgendwie wird sie wohl nicht so schnell nach hause kommen.
Heute abend werde ich versuchen, noch ein paar Kontakte in Brisbane aufzufrischen, die ich waehrend meiner Zeit in Neuseeland knuepfen konnte. Irgendwie kennt man doch immer jemanden hier unten - ich bin also nicht alleine. Juchuuu! :-)

Bis demnaechst!!

6. Dezember 2009

Liebenswert/Bewundernswert

Ich habe bereits versucht, euch meine Begleiter vorzustellen. Wie bereits erwaehnt, ist das mitunter schwierig, denn oft aendern sich Plaene oder man quatscht eben nur kurz miteinander. Einige Personen, die mir besonders im Gedaechtnis bleiben werden, moechte ich euch heute vorstellen. Anfangen moechte ich mit denen, die ich besser kennen lernen konnte, weil ich relativ viel Zeit mit ihnen verbracht habe:

Mit Elena, Julia und Lionelle bin ich bereits an meinem zweiten Tag in Christchurch ins Gespraech gekommen. Natuerlich weiss ich nicht mehr wie, aber zusammen mit einigen weiteren 'Frienz' (so der Name des Hostels, gleichzeitig uebersetzt man Friends mit 'Freunde'. Frienz ist lediglich eine Art Kurzschreibweise) sind wir schon oft im Aufenthaltsraum versackt oder haben gekocht, uns unterhalten, Ausfluege gemacht aber in erster Linie viel Spass zusammen gehabt. Julia und Elena sind aus der Naehe von Marburg und haben gerade die Schule abgeschlossen. Lionelle (sprich: Lionel) war 4 Jahre hat vier Jahre in der Armee gedient und ist in Indien aufgewachsen. Gelebt hat er aber auch in Schottland, Australien und hat mittlerweile alles aufgegeben, um hier in Neuseeland seinen Pilotenschein zu machen.

Mit Scott habe ich wohl am meisten Zeit verbracht. Kennengelernt habe ihn ebenfalls hier im Hostel. Dass ich bei seinen Eltern auf der Farm leben durfte, habe ich mal wieder Kommissar Zufall zu verdanken. An dem Wochenende, an dem ich ausgehend von Christchurch weiter reisen wollte, kamen wir ins Gespraech, in dessen Verlauf wir den Aufenthalt dingfest machten. Scott hat drei Monate voruebergehend als Schweisser gearbeitet und wollte an besagtem Wochenende ohnehin zu seinen Eltern fahren. Sein Vertrag lief aus und sein Dad hatte eine Operation am Arm, so dass dieser die Arbeit auf der Farm nur mit Hindernissen in Angriff nehmen konnte. In diesem Fall muss die Familie eben zusammenruecken. Scott selbst hat bereits einige Farms gepachtet. Die letzte musste er aufgeben, weil seine Beziehung zu seiner Verlobten in die Brueche ging. Seitdem ist er von der Frauenwelt nur noch wenig ueberzeugt, kuemmert sich aber so oft es geht um seine beiden Soehne, die bei ihrer Mutter leben.

Generell haben mich die Grahams (Scott samt seiner Eltern) herzlich in ihre Familie aufgenommen und mir so viele Dinge ermoeglicht, die man als 0815-Tourist nicht zu sehen bekommt. Die teilweise rauh anmutende Art der Menschen im Sueden ist auf der anderen Seite gepraegt von Herzlichkeit und einer erfrischenden Offenheit. Die Zeit inmitten der Familie habe ich in vollen Zuegen genossen. Uebrigens: Solltet ihr auf der Suedinsel blaue Futtersilos sehen - die sind von den Grahams! :-)

Genauso herzlich, wenn auch in einer weniger vertrauten Art haben mich die Gerkens unter ihre Fittiche genommen. Die langjaehrigen Freunde der Grahams haben waehrend meiner Zeit bei ihnen alle meine Touren geplant und fuer mich herumtelefoniert. Margarete arbeitet fuer den lokalen Reiseveranstalter und hat daher die besten Beziehungen dorthin.

Auf Nici aus der Naehe von Muenchen bin ich auf der Tour durch Doubtful Sound getroffen. Mit ihr zusammen habe ich Nataniel (Nat) in Queenstown aufgegabelt. Die beiden kannten sich bereits vorher und haben sich dort wieder getroffen. Neuseeland ist eben ein ueberdimensional grosses Dorf. In jedem Fall sind wir alle zusammen nach Wanaka und zum Fox Glacier weitergereist. Ueber die Person Nici weiss ich nicht viel, wir haben uns oft und lange uebers Reisen unterhalten. Nat war wie Lionelle auch bei der Armee und will nach ueber sechs Jahren dort jetzt nur noch eins: Surfen. Sein Surf-Trip hat ihn bereits durch Sri Lanka, Thailand und Australien gefuehrt und weil ein neues Visum fuer Australien nur durch eine vorruebergehende Ausreise erhalten kann, ist er fuer drei Wochen nach Neuseeland gekommen. Er ist bereits in Melbourne, von wo er sich auf den schnellsten Weg ins Surfer-Paradies Byron Bay machen moechte. Ich schaetze, dort sehen wir uns wieder... ;-)

In Nelson gab es ziemlich viele interessante Persoenlichkeiten, wobei ich mich am liebsten mit Ardea, Joe und einem Maedchen aus Deutschland unterhalten habe, dessen Namen ich nicht mehr weiss. Ardea ist aus Tessin und ihr wunderhuebscher Name ist der eines kleinen Orts nahe Rom. Sie strahlt den ganzen Tag und das erste was sie mich abends in der Kueche fragte war "What is your story?" (etwas: Was sollte man ueber dich wissen?). Man kann sie nur moegen.
Joe hat wie ich zunaechst eine Nacht im selben Hostel in Nelson verbracht wie ich. Dort habe ich ihn abends aus dem Augenwinkel heraus gesehen und gegruesst - und weil das Hostel kein Besonderes war sind wir beide (ohne das wir ein Wort miteinander gewechselt haetten) in ein anderes gezogen - natuerlich ins selbe, wo wir im selben Zimmer untergekommen sind. Er weiss alles ueber Filme und ist auch sonst ein unterhaltsamer Typ Mensch. Genauso wie die kleine Blonde, die immer in der Naehe von Ardea zu finden war. Aber wie das oft so ist, fragt man nicht alle Gespraechsteilnehmer nach ihrem Namen... ;-)

Neben diesen relativ 'langanhaltenden' Bekanntschaften gab es einige kuriose kuerzere, die ich unbedingt erwaehnen muss. Starten moechte ich wieder in Christchurch, wo ich beim Punting (Stocherkahn fahren, ihr erinnert euch?!) mit Quentin ein abwechslungsreiches Gspraech hatte. Er war der Punter, quasi der Gondolierie, ist aber eigentlich Mode-Designer aus London, der sich voraussichtlich zwei Jahre hier in der Gegend aufhalten wird. Er hat mir allerhand Tips fuer meine Reise gegeben und mich mit seinen Geschichten ueber seine Ausfluge absolut fasziniert. Deshalb wird er hier verwiegt.

In Oumaru bin ich in einem Hostel untergekommen, das von Wendy und ihrem Mann gefuehrt wird. Von dieser warmherzigen Person habe ich euch bereits erzaehlt, so dass ich euch nicht noch einmal dasselbe Geschichte auftischen moechte. Ueber diesen Link findet ihr sie.

Der letzte eindrucksvolle Typ war Kieran, der sich in Auckland/Neuseeland zehn Tage Zeit genommen hat, um meditieren zu lernen. Das Beherrschen der richtigen Atemtechnik, um Ruhe und Gelassenheit zu finden hat er mir in einer so gar nicht esoterisch angehauchten Art und Weise erklaert. Das er in Thailand zwei Monate in einem Kloster verbracht hat, war natuerlich auch keine schlechte Sache. Waere aber nicht fuer mich. Trotdem: Coole Sache das.

Das wars fuer heute und aus Neuseeland. Meine Lieben bringen mich bald zum Flughafen und ich brauche vorher dinrgend noch ne Dusche.

Bis demnaechst!!

4. Dezember 2009

Time to say good-bye

Hi alle dort draussen,

ich bin derzeit ein wenig in Trauerstimmung. Schon am 7.12. werde ich nach Melbourne fliegen und das ist momentan das letzte, was ich tun moechte. Meine Zeit in Neuseeland geniesse ich daher in den vergangenen Tagen in vollen Zuegen und das ist unter anderem auch der Grund, weswegen ich in den letzten Tagen kaum geschrieben habe. Ausserdem uebernachte ich derzeit in einem kleineren Hostel voller witziger, interessanter und unterhaltsamer Leute, so dass ich vor lauter Geplapper keinen Drang verspuere, meinen Blog zu pflegen. Entschuldigt bitte. Und weil ich schon wieder in einer gemuetlichen Runde sitze, schreibe ich euch nur euch nur kurz, was in der Zwischenzeit passiert ist:

Nachdem ich vom Copeland Track zurueck gekommen bin, hatte ich einen ziemlich sentimentalen Tag. Ich war irgendwie ueberwaeltigt von dem Zufall an sich, der mich mit den richtigen Leuten zusammengebracht hat, um den Tagestrip zu machen. Ausserdem war ich ueberrascht der Energie, die ich waehrend dem Trip aufgebracht habe. Der Aufstieg war zeitweise unheimlich anstrengend, aber gerade deswegen war ich (und bin ich noch) richtig stolz auf mich. Ihr haettet mich sehen sollen, waehrend der Busfahrt nach Hokitika sass ich breit grinsend im Bus und hab die Tour nochmals Revue passieren lassen.



Hokitika an sich war eine langweilige Station auf meiner Reiseroute: es hat die ganze Zeit geregnet, die Stadt war langweilig und das Hostel grosser Mist. Daher bin ich schon am naechsten Tag nach Nelson aufgebrochen, welches die Stadt ist, die am meisten Sonnenstunden in Neuseeland vorweisen kann. Zwar hat es am ersten Tag geregnet, aber schon gestern war es sonnig. Nelson ist eine wunderbare, relativ grosse Stadt (knapp 60.000 Einwohner) im Norden der Suedinsel und hat wirklich Flair. Es beherbergt den geografischen Mittelpunkt Neuseelands, den ich gestern besucht habe und liegt in der Naehe des Abel Tasman Nationalparks, der eine unheimlich attraktive Umgebung bieten soll. Ich kanns euch leider nicht bestaetigen, denn ich war nicht dort. Ich wollte wirklich, aber ich bin diese Woche faul gewesen (nachdem ich drei Tage lang uebelsten Muskelkater in den Oberschenkeln hatte!) und habe mich wie gesagt viel mit Leuten unterhalten - sei es bei einem Kaffee, beim Abendessen oder einfach nur beim Essen einkaufen. Oh Mann, ich werde das ungewzungene Miteinander hier unten wirklich vermissen. Und weil ich schon bald gehen muss, werde ich mich jetzt erneut ins naechste Gespraech vertiefen.

Bis demnaechst!!

PS: Ich weiss, ihr vermisst Fotos und Videos - aber es kostet einfach unheimlich viel Zeit, die zu sichten und hochzuladen. Ich habs mal probiert, aber zu dem Schluss gekommen, dass ich das besser mache, sobald ich nach hause komme. Nutzt eure Fantasie!! :-)

25. November 2009

Aufgefallen

Hier noch ein kleines Betthupferl (denkt bitte dran, dass ich euch 12h vorraus bin!): Es folgt eine Sammlung von Dingen, die mir besonders erwaehnenswert erscheinen. Wusstest ihr zum Beispiel, dass ...

... man das Abendessen hier nicht wie in anderen englischsprachigen Laendern als Dinner bezeichnet, sondern Tea (=Tee) nennt?

... Neuseeland kein einziges Atomkraftwerk besitzt? Es gibt gar ein Gesetz, wonach sich keine Schiffe, die entweder Atomaffen an Bord haben oder durch Nuklearkraft betrieben werden, in neuseelaendischen Gewaessern aufhalten duerfen.

... die Kiwis extrem stolz auf ihr Land sind? Das gilt vor allem fuer die natuerliche Umgebung, aber auch die ehrliche Arbeit, die sie verrichten und den Zusammenhalt, den es unter den Menschen gibt. Das Zusammenruecken ist offensichtlich vor allem hier auf der Suedinsel stark ausgepraegt. Ausserdem benutzt man hier gerne Superlative: Alles ist 'hier am groessten' oder 'dort am steilsten'.

... es eine Art (gespielte?!) Feindseligkeit zwischen Kiwis und Australiern gibt? Hier hoert man bei jeder Gelegenheit Witze ueber die Ozzis. Mitunter desegen fiebern die Kiwis aktuell dem Finale von Australian Idol entgegen (entspricht 'Deutschland sucht den Superstar'), wo ein Kiwi gegen eine Australierin antritt.

... dass die Kiwis besonders hart mit eingeschleppten Tieren wie Wieseln, Mardern, Opossums und Hasen, ferner auch Ratten und Igeln zu kaempfen haben? Sie fressen nicht nur Unmengen an Gras und somit die Futtergrundlage fuer das Vieh, sondern auch die Eier von Voegeln, die sie damit an den Rand der Ausrottung treiben.

... dass Neuseeland zum Pazifischen Feuerring gehoert ('Ring of Fire') und einige der aktivsten Vulkane der Erde beherbergt? Aber keine Angst, die befinden sich auf der Nordinsel, die ich nicht berreisen werde.

24. November 2009

Wasser, ueberall Wasser!!

Leute, heute hab ich eine unglaublich beeindruckende Touri-Tour hinter mich gebracht. Steht einer von euch auf Wasser, Regenboegen und so was?! Dann wird das evtl. einer euer Lieblingsbeitraege.

Aber zunaechst zurueck in die Vergangenheit: Wie schon gesagt hat mich Scott noch bis Manapouri begleitet. Hier an der Westkueste leben Margaret und Ross, alte Freunde der Grahams, die mich noch bis Montag noch behebergt hatten. Irgendwie laeuft das mit dem Couchsurfing besser als ich dachte.
Kleiner Einschub fuer alle, die das nicht kennen: beim Couchsurfing kommt man privat unter und hat daher engeren Kontakt zu Einheimischen. Ich hatte mir vorgenommen, das mal auszuprobieren und ich muss sagen, dass ich mir das deutlich mehr Spass macht, als mit unzaehligen deutschen Backpackern im Hostel ueber immer wieder dieselben Dinge zu sprechen. Bei den Familien bekomme ich viel mehr von der Realitaet im Land mit, was die Menschen hier beschaeftigt und lerne mehr ueber die Umgebung, als mir irgendein gebundener Reisefuehrer verraten koennte. Und: ich habe noch nie auf einer Couch schlafen muessen - im Gegenteil, hier habe ich sogar ein Kingsize-Bett, das groesser ist, als meins zu hause! Das ist also in jedem Fall 1000mal besser als in jedem Hostel! :) Es koennte mir also nicht besser gehen.
Um bei der Vergangenheit zu bleiben, haben Scott und ich gestern noch die suedlichsten Zipfel der Suedinsel abgeklappert. Wir haben u.a. Bluff und Invercargill passiert und von dort aus einen Blick auf Stewart Island geworfen. Auf der drittgroessten Insel des Landes leben die echten, kleinen Kiwi-Voegel, aber die Zeit-Kosten-Nutzen-Relation ging nicht auf (und es ist gar nicht sicher, dass man die Tiere ueberhaupt sieht), von daher werde ich dieses Fleckchen Erde nicht besuchen.

Doch nun will ich endlich in die Gegenwart kommen. Manapouri ist mal wieder ein kleines Nest, das gemeinsam mit dem Nachbarkaff Te Anau malerische Seenlandschaften beherbergt. Klein ist gut, denn die Ortschaften wachsen waehrend der Touri-Saison bzgl. der Einwohnerzahl um das vier- bis fuenffache an.
Wegen der Seen habe auch ich mich wieder zurueck in die Touri-Schlange eingereiht und gleich drei Touren gebucht. Tagsueber war ich in Milford Sound, wo ich eine tolle Bootstour erleben durfte. Ich bin immer noch ziemlich aufgewuehlt. Neben unzaehligen Wasserfaellen habe ich mehrere Regenboegen gesehen, denn das Wetter war heute (groesstenteils) umwerfend. Abseits der Fjorde bedeutet das ca. 23-24 Grad, auf den Seen bedeutet das extrem viel Wind und meist auch Sonne. Milford Sound ist mit der Tasmanischen See verbunden und die Fahrt kann daher rau werden. Ging aber. ;)



Auf dem Weg dorthin hat uns ein Bus-Shuttle durch riesig anmutende Berglandschaften kutschiert. Da weiss man mal wieder, wie winzig man selbst eigentlich ist. Weiter ging die Reise auf der Strasse durch einen knapp 1,2 km-langen Tunnel, der durch reines Granit-Gestein fuehrt. Den zu bauen hat sagenhafte 20 Jahre gedauert. Das hat weniger mit dem fehlenden Enthusiasmus der Kiwis zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass waehrend des Baubeginns 1944 der 2. Weltkrieg, eine Wirtschaftskrise und fehlende technische Moeglichkeiten ein rasches Vorankommen behinderten. Und nicht nur deswegen sass ich alleine auf der Fahrt zum Hafen mit offenem Mund und immer groesser werdenen Augen im Bus. Ich habe teilweise zwei Regenboegen auf einmal gesehen, darunter einen kompletten. Es war wirklich ein unbeschreiblich schoenes Erlebnis, selbst wenn ich den Topf voller Gold nicht entdecken konnte. Vielleicht ist das aber auch nur bildlich gemeint und der Wert liegt in der Umgebung. Stellt euch mal auf letzteres ein.

Entschuldigt bitte, wenn ich heute so sentimental vor mich hin plappere, aber es ist definitiv viel auf mich eingeprasselt. Ich bin immer noch zutiefst beeindruckt und davon schwirrt mir der Kopf. Um ehrlich zu sein bin ich deswegen ganz schoen geraedert. Morgen geht's weiter nach Doubtful Sound, das NOCH schoener sein soll. Ich weiss gar nicht, ob das mein kleiner, uebervoller Kopf packt. *lach* Ich lass es euch wissen...

Bis demnaechst!

Der Countdown läuft

"La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo." [altes kubanisches Sprichwort] Warum verrate ich euch Binsenweishe...