In den letzten Monaten hat sich einiges veraendert, habe ich mich sicher auch veraendert. Nicht nur, dass ich kaum noch deutsch spreche, ich denke anders. Die Gelassenheit der Menschen um mich herum, das Wetter und noch vieles mehr faerben immer mehr auf mich ab. Hier unten zaehlt nicht, was du tust, sondern wie du dich gibst. Und was ich besonders wert schaetze ist die Offenheit derjenigen, denen ich begegne. Jeder scheint hier willkommen zu sein. Ich sage bewusst scheint, denn vollkommen wahr ist das nicht. Ich spreche lediglich aus meiner Erfahrung heraus und moechte meine Augen vor der Realitaet in diesem Land nur ungern verschliessen.
Gerade in der Beziehung zu Indien hat es in den vergangenen zwei Jahren, bzw. speziell im letzten Monat vermehrt Stoerungen gegeben. Gerade erst im Dezember wurde ein indischer Student in Melbourne getoetet, offensichtlich vor einem rassistischen Hintergrund. Einen kurzen, wenig informativen, aber aktuellen Bericht habe ich hier fuer euch vorbereitet, einen ausfuehrlicheren, aber aelteren gibt es hier.
Auch mit den Aboriginis wird mitunter nicht zimperlich umgegangen. Rassismus ihnen gegenueber ist kein Geheimnis, Krawalle und Schlaegereien nicht selten, Trunkenheit und Unwissen tun ihr uebriges. Auf beiden Seiten.
Das ist nicht ist meinen Augen nicht nur tragisch, sondern auch beschaemend fuer ein Land, dass die Laessigkeit in Reinkultur zu pflegen scheint.
Was nicht heissen soll, dass ich mich unsicher fuehle. Im Gegenteil, bisher lief alles rund und ich hatte im oben beschriebenen Kontext keinerlei Probleme. Und welches Land hat keine Sorgen? Darueber hinaus habe ich in Australien und Neuseeland ausschliesslich positive Begegnungen mit Indern erlebt, woher unter anderem mein Wunsch dieses Land zu bereisen herruehrt. Dieser Trip ist nach wie vor eine wundervolle Erfahrung, die ich nicht missen moechte. Und sie ist noch nicht abgeschlossen, wofuer ich sehr dankbar bin.
Bis demnaechst!
Das Tagebuch für alle Daheimgebliebenen.
Viel Spaß beim Schmökern!
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22. Januar 2010
25. November 2009
Aufgefallen
Hier noch ein kleines Betthupferl (denkt bitte dran, dass ich euch 12h vorraus bin!): Es folgt eine Sammlung von Dingen, die mir besonders erwaehnenswert erscheinen. Wusstest ihr zum Beispiel, dass ...
... man das Abendessen hier nicht wie in anderen englischsprachigen Laendern als Dinner bezeichnet, sondern Tea (=Tee) nennt?
... Neuseeland kein einziges Atomkraftwerk besitzt? Es gibt gar ein Gesetz, wonach sich keine Schiffe, die entweder Atomaffen an Bord haben oder durch Nuklearkraft betrieben werden, in neuseelaendischen Gewaessern aufhalten duerfen.
... die Kiwis extrem stolz auf ihr Land sind? Das gilt vor allem fuer die natuerliche Umgebung, aber auch die ehrliche Arbeit, die sie verrichten und den Zusammenhalt, den es unter den Menschen gibt. Das Zusammenruecken ist offensichtlich vor allem hier auf der Suedinsel stark ausgepraegt. Ausserdem benutzt man hier gerne Superlative: Alles ist 'hier am groessten' oder 'dort am steilsten'.
... es eine Art (gespielte?!) Feindseligkeit zwischen Kiwis und Australiern gibt? Hier hoert man bei jeder Gelegenheit Witze ueber die Ozzis. Mitunter desegen fiebern die Kiwis aktuell dem Finale von Australian Idol entgegen (entspricht 'Deutschland sucht den Superstar'), wo ein Kiwi gegen eine Australierin antritt.
... dass die Kiwis besonders hart mit eingeschleppten Tieren wie Wieseln, Mardern, Opossums und Hasen, ferner auch Ratten und Igeln zu kaempfen haben? Sie fressen nicht nur Unmengen an Gras und somit die Futtergrundlage fuer das Vieh, sondern auch die Eier von Voegeln, die sie damit an den Rand der Ausrottung treiben.
... dass Neuseeland zum Pazifischen Feuerring gehoert ('Ring of Fire') und einige der aktivsten Vulkane der Erde beherbergt? Aber keine Angst, die befinden sich auf der Nordinsel, die ich nicht berreisen werde.
... man das Abendessen hier nicht wie in anderen englischsprachigen Laendern als Dinner bezeichnet, sondern Tea (=Tee) nennt?
... Neuseeland kein einziges Atomkraftwerk besitzt? Es gibt gar ein Gesetz, wonach sich keine Schiffe, die entweder Atomaffen an Bord haben oder durch Nuklearkraft betrieben werden, in neuseelaendischen Gewaessern aufhalten duerfen.
... die Kiwis extrem stolz auf ihr Land sind? Das gilt vor allem fuer die natuerliche Umgebung, aber auch die ehrliche Arbeit, die sie verrichten und den Zusammenhalt, den es unter den Menschen gibt. Das Zusammenruecken ist offensichtlich vor allem hier auf der Suedinsel stark ausgepraegt. Ausserdem benutzt man hier gerne Superlative: Alles ist 'hier am groessten' oder 'dort am steilsten'.
... es eine Art (gespielte?!) Feindseligkeit zwischen Kiwis und Australiern gibt? Hier hoert man bei jeder Gelegenheit Witze ueber die Ozzis. Mitunter desegen fiebern die Kiwis aktuell dem Finale von Australian Idol entgegen (entspricht 'Deutschland sucht den Superstar'), wo ein Kiwi gegen eine Australierin antritt.
... dass die Kiwis besonders hart mit eingeschleppten Tieren wie Wieseln, Mardern, Opossums und Hasen, ferner auch Ratten und Igeln zu kaempfen haben? Sie fressen nicht nur Unmengen an Gras und somit die Futtergrundlage fuer das Vieh, sondern auch die Eier von Voegeln, die sie damit an den Rand der Ausrottung treiben.
... dass Neuseeland zum Pazifischen Feuerring gehoert ('Ring of Fire') und einige der aktivsten Vulkane der Erde beherbergt? Aber keine Angst, die befinden sich auf der Nordinsel, die ich nicht berreisen werde.
22. November 2009
Typisch Kiwi!
Nachdem wir alle zusammen gestern einen herrlich warmen Tag genossen haben (etwa 25 Grad), sind meine Leih-Eltern heute ohnehin Richtung Landeshauptstadt Wellington aufgebrochen, wo sie ihre Enkelin Paige Angela Graham besuchen, die vor 10 Tagen auf die Welt gekommen ist. Die beiden sind bereits gefahren und ich hoffe, wir koennen den Kontakt zueinander halten. Aber alleine bleibe ich natuerlich nicht zurueck. Scout Scott wird mir noch bis morgen Gesellschaft leisten. Wir werden gleich gen Westkueste aufbrechen, wo sich eine grossflaechige Seenlandschaft befindet: Fjordland.
Weil ich heute nicht mehr viel Spannendes zu erzaehlen habe moechte ich die Gelegenheit nutzen, um euch ueber ein paar ganz alltaegliche Dinge informieren, die einem hier begegnen. Typisch Kiwi halt!
Wetter
Sich geeignet anzuziehen ist nicht selten eine Herausforderung, denn das Wetter hat hier unten seinen ganz eigenen Kopf und schwenkt mitunter blitzschnell um. In Dunedin ist es besonders schlimm: Man sagt, dass man dort '4 seasons in one day' erlebt. Habt ihr schon einmal versucht, euch fuer 4 Jahreszeiten passend anzuziehen??!
Auf den Strassen Neuseelands
Es ist kein Geheimnis, dass man hier auf der falschen Seite der Strasse faehrt. Aber neben dem vorherrschenden Linksverkehr sollte man sich unbedingt an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Die Polizei erwischt einen schon einmal kalt, wenn sie deine Geschwindigkeit von der Gegenseite aus dem fahrenden Auto heraus messen und dich gleich im Anschluss per Video damit konfrontieren. Lasst euch sagen, das wird teuer. (Und nein, ich war's nicht! :-))
Was in der Wohnung auffaellt
Will man sich die Haende waschen, darf man sich entscheiden, ob man sie sich verbrennt oder sie abfrieren sollen. Der britischen Tradition entsprechend sind die Wasserhaehne separat am Waschbecken angebracht. Clever...
Als ob das noch nicht genug waere, wird man von der naechstbesten Steckdose schikaniert. Bevor man die nutzen kann, muss man sie naemlich erst einmal mit Hilfe eines nahe gelegenen Schalters freigeben. Den Sinn dahinter werde ich sicher noch herausfinden. Bestimmt.
Uebergroesse bevorzugt
Essen zu kaufen ist als Einzelperson gewoehnungsbeduerftig, denn hier gibt es alles in extragrossen Portionen. Kiloweise Kaese zu kaufen oder 2 Liter Milch mitzunehmen ist gaengig. Wer soll das denn alles essen? Zugegeben, man kann das auch in kleineren Portionen erwerben, aber damit steigt der Preis - natuerlich relativ betrachtet. Aus europaeischer Sicht: verrueckt.
Ausgehen
Wenn man Essen geht, bestellt man in der Regel direkt an einer Schalter. Gelegentlich darf man sein Essen auch dort abholen. Man zahlt am Besten gleich nachdem man bestellt hat. Spaeter zu zahlen ist auch ok, aber die meisten Kiwis werden dann ein wenig nervoes. Ausnahmsweise.
Wer sein Essen gerne weniger kalorienreich mag, der sollte vorher fragen, wie die Mahlzeit zubereitet wird. Die Kiwis lieben es naemlich 'fried' (fritiert). Das muss nicht immer sein. Aber wer darauf steht, der sich am Besten an die Schotten halten, die essen gerne auch mal einen Mars-Riegel frittiert. Yummie!
Trinkgeld zu geben ist hier uebrigens nicht ueblich - das schont die Urlaubskasse. ;-)
Tierwelt
Die Tierwelt ist hier verdammt vielfaeltig. Es gibt Schafe, Schafe, darunter einige Schafe. Ach ja: und Schafe.

Bis demnaechst!
Weil ich heute nicht mehr viel Spannendes zu erzaehlen habe moechte ich die Gelegenheit nutzen, um euch ueber ein paar ganz alltaegliche Dinge informieren, die einem hier begegnen. Typisch Kiwi halt!
Wetter
Sich geeignet anzuziehen ist nicht selten eine Herausforderung, denn das Wetter hat hier unten seinen ganz eigenen Kopf und schwenkt mitunter blitzschnell um. In Dunedin ist es besonders schlimm: Man sagt, dass man dort '4 seasons in one day' erlebt. Habt ihr schon einmal versucht, euch fuer 4 Jahreszeiten passend anzuziehen??!
Auf den Strassen Neuseelands
Es ist kein Geheimnis, dass man hier auf der falschen Seite der Strasse faehrt. Aber neben dem vorherrschenden Linksverkehr sollte man sich unbedingt an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Die Polizei erwischt einen schon einmal kalt, wenn sie deine Geschwindigkeit von der Gegenseite aus dem fahrenden Auto heraus messen und dich gleich im Anschluss per Video damit konfrontieren. Lasst euch sagen, das wird teuer. (Und nein, ich war's nicht! :-))
Was in der Wohnung auffaellt
Will man sich die Haende waschen, darf man sich entscheiden, ob man sie sich verbrennt oder sie abfrieren sollen. Der britischen Tradition entsprechend sind die Wasserhaehne separat am Waschbecken angebracht. Clever...
Als ob das noch nicht genug waere, wird man von der naechstbesten Steckdose schikaniert. Bevor man die nutzen kann, muss man sie naemlich erst einmal mit Hilfe eines nahe gelegenen Schalters freigeben. Den Sinn dahinter werde ich sicher noch herausfinden. Bestimmt.
Uebergroesse bevorzugt
Essen zu kaufen ist als Einzelperson gewoehnungsbeduerftig, denn hier gibt es alles in extragrossen Portionen. Kiloweise Kaese zu kaufen oder 2 Liter Milch mitzunehmen ist gaengig. Wer soll das denn alles essen? Zugegeben, man kann das auch in kleineren Portionen erwerben, aber damit steigt der Preis - natuerlich relativ betrachtet. Aus europaeischer Sicht: verrueckt.
Ausgehen
Wenn man Essen geht, bestellt man in der Regel direkt an einer Schalter. Gelegentlich darf man sein Essen auch dort abholen. Man zahlt am Besten gleich nachdem man bestellt hat. Spaeter zu zahlen ist auch ok, aber die meisten Kiwis werden dann ein wenig nervoes. Ausnahmsweise.
Wer sein Essen gerne weniger kalorienreich mag, der sollte vorher fragen, wie die Mahlzeit zubereitet wird. Die Kiwis lieben es naemlich 'fried' (fritiert). Das muss nicht immer sein. Aber wer darauf steht, der sich am Besten an die Schotten halten, die essen gerne auch mal einen Mars-Riegel frittiert. Yummie!
Trinkgeld zu geben ist hier uebrigens nicht ueblich - das schont die Urlaubskasse. ;-)
Tierwelt
Die Tierwelt ist hier verdammt vielfaeltig. Es gibt Schafe, Schafe, darunter einige Schafe. Ach ja: und Schafe.

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