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6. April 2016

Dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir

Genau wie dieses traditionelle Kinderlied mit Bezug zum Sankt Martinstag fühlte ich mich dieser Tage. Warum? Martin und ich haben einen Trekkingtrip gebucht: Einmal zum Gipfel des Mount Rinjani, dem zweithöchsten Berg Indonesiens und gleichzeitig noch aktiven Vulkans des Staates.

Was ist passiert auf dem Trip, der für 2 Nächte und 3 Tage angesetzt ist?
Wir haben zweimal am Kraterrand gezeltet, knapp 7.000 Höhenmeter und 40 km überwinden, den Gipfel mit 3.726m erklommen. Zwischendurch sind wir abgestiegen in den regenfeuchten Krater, der einen See beherbergt. Wir haben viele nette und hilfsbereite Menschen aus mindestens 10 Nationen getroffen und uns gegenseitig motiviert.

Romantik? Vergiss es
Fast (!) nebensächlich sind heute die Strapazen, die damit einhergehen: Morgens um 2.30 Uhr aufstehen, um 4h bis zum Sonnenaufgang durch Wurzelgestrüpp und Geröll zu waaten. Was sind schon steile Aufstiege auf sandigartigem Untergrund und plötzlich einhergehender Regen, der unserer Schuhe in eine Seenlandschaft mit Strandeinlage verwandelt? Die Blasen, die uns beim finalen Abstieg und nach wie vor plagen sind so groß, dass ich sie nicht näher beschreiben möchte. Unser Trip war stellenweise so schlecht organisiert, das ich das meinen Eltern zuliebe hier lieber nicht en detail erwähne.

Mein persönlicher Höhepunkt
Ich bin mitten in der Nacht dabei, den Gipfelaufstieg zu bewältigen. Über mir prangt der absolut klare Sternenhimmel. Gleichzeitig registriere ich auch unter- und auch oberhalb meiner eigenen Position die schaukelnden Stirnlampen meiner Mitstreiter. Alle haben das Ziel, pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem höchsten Punkt des Mount Rinjani zu stehen. Es ist eine fantastische Erinnerung, die ein Foto niemals im Ansatz festhalten könnte.

Was steht an?
Wir sind bereits wieder auf Normal Null-Level zurück und auf dem Weg zum nächsten Abenteuer: Komodo
Der Weg dorthin? Wie immer nicht der einfachste.

Aber dazu später mehr. Bis bald!

29. August 2014

Atemlos

Ich bin bereits seit 2 Tagen wieder Zuhause. Was nicht heißt, dass seit dem letzten Post nichts spannendes mehr passiert ist. Ich versuche euch, nach und nach davon zu erzählen.

Anfangen möchte ich mit dem Ausflug auf einen der höchsten, noch aktiven Vulkane der Welt. Der Cotopaxi ist knapp 5.900 Meter hoch und ist etwa 2 Autostunden von Quito entfernt. Ich hatte mir kurzfristig überlegt, eine Tour bis ganz an die Spitze zu unternehmen, aber da ich nicht richtig ausgerüstet war und mir die Höhenluft bereits auf dem Rucu Pichincha stark zu schaffen gemacht hatte, bin ich auf eine "Schmalspur-Variante" ausgewichen. Eine Halbtagesausflug soll es ein. Er führt uns auf 5.000 Meter und endet am Beginn des Gletschers, der die sich dann bis zur Spitze des Vulkans durchzieht.



Los geht's!
Nach dem Frühstück geht's mit dem Auto los. In etwa 45 Minuten bringt es die beiden Tour-Guides, meine kanadische Mitstreiterin Lucia und mich auf einen großen Parkplatz, der auf etwa 4.600 Meter Höhe liegt. Wir sind bis über beide Ohren verpackt in mehrere Schichten warmer Klamotten. Der Hauptgrund ist der eisige Wind, der uns sofort nach dem Aussteigen um die Ohren bläst. Mir bleibt im ersten Moment beinahe die Luft weg, das hatte ich in der Form nicht erwartet.

Der Aufstieg ist auf 1,5-2 Stunden angesetzt. Bereits die ersten Meter nach oben haben es in sich. Es geht steil bergauf, der Wind macht uns zu schaffen, der Untergrund ist sandig und damit rutschig. Herzrasen begleitet mich erneut. Viele kleine Pausen sind ein Muss. Und doch: Um uns herum tummeln sich viele Menschen (vornehmlich Ecuadorianer), die offensichtlich genau dasselbe vorhaben. Schon bald haben wir es auf eine Zwischenstation geschafft. 4.864 Meter.




Einmal zum Mars und wieder zurück
Auf dem Weg bis zu unserem Ziel stapfen wir durch rot gefärbte Landschaften, die aussehen, als würden sie nicht zur Erde gehören. So muss es auf dem Mars aussehen. Ich war hin und weg.



Geschafft!
Wir waren riesig stolz, als wir den Gletscher erreicht hatten. Runter bin ich vor lauter Aufregung dann stellenweise gerannt. :)

Der Countdown läuft

"La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo." [altes kubanisches Sprichwort] Warum verrate ich euch Binsenweishe...