18. Februar 2010

Namaste

Ich glaube, ich bin angekommen. In Indien meine ich. Es hat mich eine Weile und noch mehr Nerven gekostet, mich mit meiner neuen Umgebung anzufreunden. Es fehlte mir auch schlicht die Zeit. Martin und ich sind ziemlich zuegig unterwegs, wir werden bis kommenden Sonntag sieben Staedte in 16 Tagen besucht haben und das ist ein durchaus straffes Programm. Hinter uns liegen die ein oder andere stressige Zug-/Bus-/Taxifahrt, fruehes Aufstehen und spaetes zu Bett gehen. Dazu kommen allgegenwaertiger Laerm, Dreck und Mief; bellende Verkaufer und Taxifahrer, die einen minuetlich bedraengen; Muetter mit Babies, Kleinkinder und Menschen mit missgebildeten Gliedmassen, die einen auffordern, ihnen Geld zu geben. Abzulehnen und den Kopf weg zudrehen war und ist nicht immer einfach. Ich kann das seit ein paar Tagen mit Humor nehmen. Irgendwie.



Denn unter der aufdringlichen, penetranten Oberflaeche gibt es auch so viele Schoenes zu entdecken. Auf den zweiten Blick eben: Da sind die Gewuerzstaende, bei denen einem die Nase von den Bergen roter, getrockneter Chilieschoten kribbelt; die kunterbunten Farben der Saris (Bekleidung fuer Frauen), die das Grau so mancher Stadt und das Elend um sie herum beinahe vergessen machen; das Taj Mahal, das sich selbst nach 350 Jahren immer noch so schoen und anmutig ueber der kleinen Stadt Agra erhebt wie damals (geh ich mal von aus) und wohl zu jeder Tageszeit wie ein Gemaelde wirkt; Elefanten, Kamele, Affen und hunderte von Pfauen lassen orientalischen Flair aufkommen; entspannt liegen, stehen, zuckeln Kuehe durch die Strassen und bringen so manchen Taxifahrer zum Schwitzen; leckeres, ordentlich gewuerztes Essen bringt einen hier beinahe zum Platzen; Inder zu beobachten, wie sie miteinander reden und dabei nicht selten mit dem Kopf wackeln ist mitunter ein abendfuellendes Programm; fuer mich ganz persoenlich ist es auch wunderbar, G. D. Roberts Buch Shantaram zu lesen, das zu einem Grossteil in Mumbai spielt - und dabei Indien ein bisschen besser kennen zu lernen ...

Ich kann euch oft nur schwer beschreiben, was Indien ausserdem ausmacht. Einen Besuch ist es in jedem Fall wert.

Bis demnaechst!!

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Der Countdown läuft

"La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo." [altes kubanisches Sprichwort] Warum verrate ich euch Binsenweishe...