4. März 2010

Noch einmal mit Gefühl

Der letzte Eintrag liegt schon eine Weile zurück und der Alltag hat mich beinahe schon wieder eingefangen. Letzteres ist selbstverstädndlich relativ zu betrachten: Der Traumjob ist noch meilenweit entfernt, Zeit für dies und das noch massig vorhanden und auch sonst kann ich noch richtig viel Freiheit genießen - aber Urlaub ist halt doch anders. Auf was ich mich heute schon freue? Auf all das:

- Nicht zu wissen, was ich morgen machen werde
- Kraft tanken
- Gerichte mit seltsamen Namen essen
- Mir keine Gedanken darüber machen zu müssen, ob ich das Bügeleisen ausgesschaltet habe
- Fremde Kulturen kennen lernen
- Neue Wohlfühlorte entdecken
- Kein Bedürfnis nach den neusten Tragödien um X und Y zu haben
- Mehr Abwechslung
- Tolle Musik genießen, die man hierzulande nicht im Radio hört
- Neue Freunde und Bekannte finden
- Wissen, dass es noch etwas außerhalb unseres eigenen Mini-Kosmos gibt
- Staunen

Nicht, dass ich jetzt schon wieder weg wollte. Im Gegenteil: Ich kann mich derzeit tatsächlich noch über die Kälte und beinahe auch über das diesige Licht freuen. Aber ein wenig träumen wird man wohl dürfen...

Bis demnächst!

21. Februar 2010

Es wird Zeit

Ich befinde mich gerade am Flughafen in Singapur und werde in knapp einer Stunde die Heimreise antreten. In den letzten paar Stunden bin ich von Delhi nach Mumbai und von Mumbai hierher geflogen. Die letzten Tage in Indien waren nochmals unheimlich abenteuerlich, konzentriert in der Hauptstadt Delhi. 'Abenteruerlich' schliesst ein: heisse Diskussionen mit Tuk Tuk-Fahrern sowie kurze, intensive Unterhaltungen mit Ortsansaessigen; einen Besuch im Multi-Media Ghandi Museum in Delhi ebenso wie der in den Gaerten des Praesidenten (was der Oeffentlichkeit nur fuer eine bestimmte Zeit im Jahr moeglich ist); ein fantastisches Abendessen beim Mexikaner als auch eine Irrfahrt auf dem Weg zum Flughafen.

Der Abschied von Martin am FLughafen in Mumbai viel schwer, die Wiedersehensfreude mit meiner lieben Freundin Chykah in Singapur war dafuer umso groesser. Wir haben noch eben auf einer Pool-Party vorbei geschaut und alte wie neue Bekannte getroffen. Eine Taxifahrt spaeter stehe ich nun hier, froh und ueberwaeltigt zugleich, schon in 13 Stunden wieder daheim zu sein: am 22. Februar, 5.15 Uhr deutscher Zeit. Was ein Trip.

Was mir noch bleibt sind einige Fragen: Wie viele Kilometer habe ich in den letzten 3 1/2 Monaten zurueck gelegt? Wie viele neue Bekannte habe ich gefunden - und wie viele werde ich behalten? Wuerde ich beim naechsten Mal etwas anders machen?Wie sieht der naechste Trip aus? Wie auch immer, ich werde euch bei Gelegenheit noch die ein oder andere Anekdote nachreichen.

Bis demnaechst also! ;)

18. Februar 2010

Namaste

Ich glaube, ich bin angekommen. In Indien meine ich. Es hat mich eine Weile und noch mehr Nerven gekostet, mich mit meiner neuen Umgebung anzufreunden. Es fehlte mir auch schlicht die Zeit. Martin und ich sind ziemlich zuegig unterwegs, wir werden bis kommenden Sonntag sieben Staedte in 16 Tagen besucht haben und das ist ein durchaus straffes Programm. Hinter uns liegen die ein oder andere stressige Zug-/Bus-/Taxifahrt, fruehes Aufstehen und spaetes zu Bett gehen. Dazu kommen allgegenwaertiger Laerm, Dreck und Mief; bellende Verkaufer und Taxifahrer, die einen minuetlich bedraengen; Muetter mit Babies, Kleinkinder und Menschen mit missgebildeten Gliedmassen, die einen auffordern, ihnen Geld zu geben. Abzulehnen und den Kopf weg zudrehen war und ist nicht immer einfach. Ich kann das seit ein paar Tagen mit Humor nehmen. Irgendwie.



Denn unter der aufdringlichen, penetranten Oberflaeche gibt es auch so viele Schoenes zu entdecken. Auf den zweiten Blick eben: Da sind die Gewuerzstaende, bei denen einem die Nase von den Bergen roter, getrockneter Chilieschoten kribbelt; die kunterbunten Farben der Saris (Bekleidung fuer Frauen), die das Grau so mancher Stadt und das Elend um sie herum beinahe vergessen machen; das Taj Mahal, das sich selbst nach 350 Jahren immer noch so schoen und anmutig ueber der kleinen Stadt Agra erhebt wie damals (geh ich mal von aus) und wohl zu jeder Tageszeit wie ein Gemaelde wirkt; Elefanten, Kamele, Affen und hunderte von Pfauen lassen orientalischen Flair aufkommen; entspannt liegen, stehen, zuckeln Kuehe durch die Strassen und bringen so manchen Taxifahrer zum Schwitzen; leckeres, ordentlich gewuerztes Essen bringt einen hier beinahe zum Platzen; Inder zu beobachten, wie sie miteinander reden und dabei nicht selten mit dem Kopf wackeln ist mitunter ein abendfuellendes Programm; fuer mich ganz persoenlich ist es auch wunderbar, G. D. Roberts Buch Shantaram zu lesen, das zu einem Grossteil in Mumbai spielt - und dabei Indien ein bisschen besser kennen zu lernen ...

Ich kann euch oft nur schwer beschreiben, was Indien ausserdem ausmacht. Einen Besuch ist es in jedem Fall wert.

Bis demnaechst!!

15. Februar 2010

Heimat

Sagt mal, wisst ihr eigentlich, dass es im englischen keine gute Uebersetzung fuer Heimat gibt? Auf einer Busreise dieser Tage hatte ich einen kurzen Tagtraum und der handelte im Speziellen von einigen Dingen, auf die ich mich in diesem Moment riesig freue - Heimatgefuehle eben.
Und sobald ich wieder zurueck bin (also ab naechster Woche) werde ich davon sicher ganz berauscht sein:

- meine Eltern druecken, ihnen in die Augen schauen und ihnen sagen, dass ich sie liebe
- mit meinen Maedels ueber wichtiger und weniger wichtige Dinge des Lebens tratschen
- richtig lange telefonieren (nur mit dir, Peter. LOGO! :) ...)
- knuspriges Brot essen
- Nutella geniessen
- meinem Zahnarzt einen Besuch abstatten. Das ist dringend notwendig, denn die Suessigkeiten, die ich kennen gelernt habe sind/waren einfach zu verfuehrerisch
- mich ganz warm einpacken und richtig frieren
- Nachrichten regelmaessig(er) verfolgen
- eine Schneeballschlacht los treten
- in meiner Lieblings-Kaffeebar arbeiten (und was mir sicher keiner glaubt: den fuenften Anschiss von meinem Chef kassieren, weil 'ich' etwas falsch gemacht habe. Bis bald, Lambro!! ^^)
- in meinem Bett schlafen
- geregelten Strassenverkehr vorfinden (gilt speziell nach Indien)
- mich nach einer durchzechten Nacht frueh morgens quer durch den Kuehlschrank futtern
- jeden Morgen eine grosse Auswahl an Klamotten vorfinden
- auf den Fruehling warten
- den naechsten Trip planen ;)

Und so vieles mehr. Warten kann so schoen sein...

Bis demnaechst!!

12. Februar 2010

Mehr Indien

Bevor ich nach Indien los gezogen bin, habe ich mich nochmal eben in einen Buchladen zurueck gezogen und allerhand interessantes ueber den Staat gefunden. Hier ein paar Auszuege:

- Auf etwa 3,3 Mio. km^2 leben 1,2 Mrd. Menschen. Pro km^2 sind das also rund 350 Menschen. Zum Vergleich: In Deutschland (dem bevoelkerungsreichsten Land der EU) sind es im Schnitt etwa 230 und Australien 2,7. Verrueckt...

- Knapp 17 % der Weltbevoelkerung leben in Indien, dem zweitbevoelkerungsreichsten Land der Welt.

- Gegessen wird mit mit der Hand. Die rechte gilt als rein und wird daher als einzige zur Nahrungsaufnahme herangezogen. Die Linke ist gerade gut genug, um sich die Schuhe an- und auszuziehen. Das sollte man stets tun, wenn man Gebaeude, und ganz speziell Tempel, betritt.

- Fuer die Damen gilt: Schultern bedecken und mindestens knielange Hosen/Roecke mit kneitragen. Das war fuer mich ein kleiner Schock, denn nachdem ich Neuseeland verlassen habe, habe ich den Grossteil meiner langaermeligen Sachen nach hause geschickt - meine Wanderstiefel inklusive. Hier in Indien haette ich einige nette Wanderungen unternehmen koennen. Naechstes Mal dann...

- Haendlern und bettelnden Kindern, von denen es hier wirklich zu hauf gibt, sollte man nie in die Augen schauen oder mit ihnen reden. Sobald man das tut, bekommt man sie oft schwer vom Rockzipfel. Das ist fuer mich oft hart, denn komplett mit Scheuklappen durch die Strassen zu laufen, ist bei den vielen Geraeuschen, Geruechen und Kuriositaeten wirklich nicht einfach.

- Waehrung ist die Indische Rupie, von denen 64 gerade mal einen Euro wert sind. Das macht das Reisen hier allerdings sehr guenstig.



Das wars fuer's erste. Gerade zieht eine Hochzeitsgesellschaft lautstark durch die Strassen. Das muss ich mir ansehen!! Bis demnaechst also!!

Das also ist Indien

Wow, ich bin schon ein paar Tage hier und komme gar nicht dazu, all das zu verarbeiten, was ich sehe/ erlebe. Eigentlich wie immer... ;)

Ich war in der Zwischenzeit in der Seenstadt Udaipur, was bisher der schoenste Aufenthaltsort der Indienreise war. Wie schon angedeutet hatten wir das bisher gemuetlichste Hotel, die ruhigste und entspannteste Zeit.

Danach gings dank Busfahrt holprigerweise nach Jodhpur. Die blaue Stadt, wie sie gerne auch genannt wird, verdankt ihrem Namen der indigoblauen Farbe, die man hier z. T. reichlich an Haeuserwaenden findet. Sie wurde benutzt, um die Zugehörigkeit der Bewohner zur Kaste der Brahmanen zu vermitteln. Um Touristen anzuziehen und Moskitos abzuhalten, gestalten heute aber auch Nicht-Brahmanen ihre Haeuser blau.



Mittlerweile sind Martin und ich weiter durch den Bundesstaat Rajasthan gezogen und in der Wuestenstadt Jaisalmer gelandet, die wegen ihrer Sandsteinbauten auch die goldene Stadt genannt wird. Wir waren zwar drauf und dran, auf einem Kamel die Wueste Thar zu bereisen, aber schon morgen wollen wir in die rosarote Stadt Jaipur aufbrechen, welche gleichzeitig die Hauptstadt Rajasthans ist. Die Farbe rosa steht fuer Gastfreundlichkeit im mehrfach genannten Bundesstaat und wurde eigens fuer den Besuch des Prinzen Albert von England im Jahr 1853 an den Haeuserwaenden angebracht. Haetten wir das auch geklaert. Toll, welche Spitznamen die Staedte hier haben, oder?! ;)



So viel erst einmal dazu. Bis demnaechst!!

7. Februar 2010

Kontakt

Ich bin derzeit ueber meine ueblich deutsche 0176-Nummer zu erreichen. Weil ihr die kennt (bzw. wisst, wie ihr sie kriegen koennt), stelle ich sie nicht ins Netz... ;) Die Zeitverschiebung betraegt im Uebrigen 5,5 Stunden - ich komme also immer naeher an meine Heimatzeit ran. Supi!!

E-Mail funktioniert wie gewohnt, keine Neuigkeiten.
Lasst bei Gelegenheit von euch hoeren. Bis ganz bald!! ;)

Der Countdown läuft

"La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo." [altes kubanisches Sprichwort] Warum verrate ich euch Binsenweishe...