21. November 2009

Leben auf einer Farm

Am Dienstag hat mich Scott also abgeholt und mich nach Pikarau gebracht, wo seine Eltern neben ihrem Unternehmen noch eine Farm besitzen. Pikarau ist ein Kaff nahe Gore und zaehlt nicht mehr als knapp einhundert Einwohner. Damit gibt es dort wohl mehr Schafe als Menschen. Aber egal, seine Eltern haben mich herzlich aufgenommen und wir hatten einen wirklich netten Abend zusammen, mit Abendessen und Photos kucken und Bier und so.

Der naechste Tag war unheimlich aufregend, denn wir haben uns um die Schafe gekuemmert. Wir haben einige von ihnen auf eine nahe gelegene Wiese getrieben - quer ueber die Strasse und zwar mit einem Quad! *lach* Das war ein Spass! Scotts Eltern haben nicht die Zeit einen Hirtenhund auszubilden, aber das Quad ist ein guter Ersatz. Danach haben wir die Schafe selektiert, denn ein Grossteil musste unters Messer: Es wurde Zeit, sie zu scheren. Ich habe natuerlich kraeftig geholfen und unter anderem auch einige Tiere vorbereitet: Mit nur wenigen Griffen hat man die Schafe dann auf dem Hintern sitzend vor sich und die Vorderlaeufe in der Hand, bevor man sie weitergibt. Oh Mann, das war wirklich ne grosse Sache. Ich bin immer nch aufgeregt, wenn ich dran denke.
Ausserdem habe wir ein Lamm auf der Weide gefunden, das an diesem Morgen geboren wurde, haben weitere Laemmer gekennzeichnet, geimpft und die maennlichen vorzeitig am Mann werden gehindert. Ich erspare euch die Details, aber das muss augenscheinlich so sein.

Nach dem Mittagessen haben wir Campingsachen zusammen gesucht, denn am Donnerstag sind wir mit dem Zelt los gezogen. Das hat eine Weile gedauert und nachdem wir Tea (=Abendessen) hatten, ging's ab zur Jagd. Ja richtig, wir sind jagen gegangen. Eine Waffe zu haben ist hier ueblich, aehnlich wie in den USA. Bis wir losgezogen sind, war es dunkel und weil ich weder Erfahrung im Umgang mit Waffen habe und Scott mich ausserdem nachts nicht im Umgang mit den Flinten unterweisen konnte, war ich selbstverstaendlich nicht schiessen. Aber zusammen mit Shannon, dem besten Freund von Scott, sind wir auf dessen Farm herumgeduest. Bei Nieselregen sind wir auf dem Quad ueber Stock und Stein auf der Pirsch geweseb und haben letztendlich vier oder fuenf Hasen und ein Opossum erlegt. Das hoert sich jetzt vielleicht hart an, aber diese Tierarten sind hier eine richtige Plage und vermehren sich ausserordentlich schnell, da sie keine natuerlichen Feinde haben. Mitleid kam da bei mir irgendwie nicht auf.

Was ein Tag, Leute. Ich habe mich hier unten tatsaechlich noch keine Minute gelangweilt. Und das wird wahrscheinlich erst einmal so bleiben.

Bis demnaechst also!

Keine Kommentare:

Der Countdown läuft

"La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo." [altes kubanisches Sprichwort] Warum verrate ich euch Binsenweishe...