Ich habe bereits versucht, euch meine Begleiter vorzustellen. Wie bereits erwaehnt, ist das mitunter schwierig, denn oft aendern sich Plaene oder man quatscht eben nur kurz miteinander. Einige Personen, die mir besonders im Gedaechtnis bleiben werden, moechte ich euch heute vorstellen. Anfangen moechte ich mit denen, die ich besser kennen lernen konnte, weil ich relativ viel Zeit mit ihnen verbracht habe:
Mit Elena, Julia und Lionelle bin ich bereits an meinem zweiten Tag in Christchurch ins Gespraech gekommen. Natuerlich weiss ich nicht mehr wie, aber zusammen mit einigen weiteren 'Frienz' (so der Name des Hostels, gleichzeitig uebersetzt man Friends mit 'Freunde'. Frienz ist lediglich eine Art Kurzschreibweise) sind wir schon oft im Aufenthaltsraum versackt oder haben gekocht, uns unterhalten, Ausfluege gemacht aber in erster Linie viel Spass zusammen gehabt. Julia und Elena sind aus der Naehe von Marburg und haben gerade die Schule abgeschlossen. Lionelle (sprich: Lionel) war 4 Jahre hat vier Jahre in der Armee gedient und ist in Indien aufgewachsen. Gelebt hat er aber auch in Schottland, Australien und hat mittlerweile alles aufgegeben, um hier in Neuseeland seinen Pilotenschein zu machen.
Mit Scott habe ich wohl am meisten Zeit verbracht. Kennengelernt habe ihn ebenfalls hier im Hostel. Dass ich bei seinen Eltern auf der Farm leben durfte, habe ich mal wieder Kommissar Zufall zu verdanken. An dem Wochenende, an dem ich ausgehend von Christchurch weiter reisen wollte, kamen wir ins Gespraech, in dessen Verlauf wir den Aufenthalt dingfest machten. Scott hat drei Monate voruebergehend als Schweisser gearbeitet und wollte an besagtem Wochenende ohnehin zu seinen Eltern fahren. Sein Vertrag lief aus und sein Dad hatte eine Operation am Arm, so dass dieser die Arbeit auf der Farm nur mit Hindernissen in Angriff nehmen konnte. In diesem Fall muss die Familie eben zusammenruecken. Scott selbst hat bereits einige Farms gepachtet. Die letzte musste er aufgeben, weil seine Beziehung zu seiner Verlobten in die Brueche ging. Seitdem ist er von der Frauenwelt nur noch wenig ueberzeugt, kuemmert sich aber so oft es geht um seine beiden Soehne, die bei ihrer Mutter leben.
Generell haben mich die Grahams (Scott samt seiner Eltern) herzlich in ihre Familie aufgenommen und mir so viele Dinge ermoeglicht, die man als 0815-Tourist nicht zu sehen bekommt. Die teilweise rauh anmutende Art der Menschen im Sueden ist auf der anderen Seite gepraegt von Herzlichkeit und einer erfrischenden Offenheit. Die Zeit inmitten der Familie habe ich in vollen Zuegen genossen. Uebrigens: Solltet ihr auf der Suedinsel blaue Futtersilos sehen - die sind von den Grahams! :-)
Genauso herzlich, wenn auch in einer weniger vertrauten Art haben mich die Gerkens unter ihre Fittiche genommen. Die langjaehrigen Freunde der Grahams haben waehrend meiner Zeit bei ihnen alle meine Touren geplant und fuer mich herumtelefoniert. Margarete arbeitet fuer den lokalen Reiseveranstalter und hat daher die besten Beziehungen dorthin.
Auf Nici aus der Naehe von Muenchen bin ich auf der Tour durch Doubtful Sound getroffen. Mit ihr zusammen habe ich Nataniel (Nat) in Queenstown aufgegabelt. Die beiden kannten sich bereits vorher und haben sich dort wieder getroffen. Neuseeland ist eben ein ueberdimensional grosses Dorf. In jedem Fall sind wir alle zusammen nach Wanaka und zum Fox Glacier weitergereist. Ueber die Person Nici weiss ich nicht viel, wir haben uns oft und lange uebers Reisen unterhalten. Nat war wie Lionelle auch bei der Armee und will nach ueber sechs Jahren dort jetzt nur noch eins: Surfen. Sein Surf-Trip hat ihn bereits durch Sri Lanka, Thailand und Australien gefuehrt und weil ein neues Visum fuer Australien nur durch eine vorruebergehende Ausreise erhalten kann, ist er fuer drei Wochen nach Neuseeland gekommen. Er ist bereits in Melbourne, von wo er sich auf den schnellsten Weg ins Surfer-Paradies Byron Bay machen moechte. Ich schaetze, dort sehen wir uns wieder... ;-)
In Nelson gab es ziemlich viele interessante Persoenlichkeiten, wobei ich mich am liebsten mit Ardea, Joe und einem Maedchen aus Deutschland unterhalten habe, dessen Namen ich nicht mehr weiss. Ardea ist aus Tessin und ihr wunderhuebscher Name ist der eines kleinen Orts nahe Rom. Sie strahlt den ganzen Tag und das erste was sie mich abends in der Kueche fragte war "What is your story?" (etwas: Was sollte man ueber dich wissen?). Man kann sie nur moegen.
Joe hat wie ich zunaechst eine Nacht im selben Hostel in Nelson verbracht wie ich. Dort habe ich ihn abends aus dem Augenwinkel heraus gesehen und gegruesst - und weil das Hostel kein Besonderes war sind wir beide (ohne das wir ein Wort miteinander gewechselt haetten) in ein anderes gezogen - natuerlich ins selbe, wo wir im selben Zimmer untergekommen sind. Er weiss alles ueber Filme und ist auch sonst ein unterhaltsamer Typ Mensch. Genauso wie die kleine Blonde, die immer in der Naehe von Ardea zu finden war. Aber wie das oft so ist, fragt man nicht alle Gespraechsteilnehmer nach ihrem Namen... ;-)
Neben diesen relativ 'langanhaltenden' Bekanntschaften gab es einige kuriose kuerzere, die ich unbedingt erwaehnen muss. Starten moechte ich wieder in Christchurch, wo ich beim Punting (Stocherkahn fahren, ihr erinnert euch?!) mit Quentin ein abwechslungsreiches Gspraech hatte. Er war der Punter, quasi der Gondolierie, ist aber eigentlich Mode-Designer aus London, der sich voraussichtlich zwei Jahre hier in der Gegend aufhalten wird. Er hat mir allerhand Tips fuer meine Reise gegeben und mich mit seinen Geschichten ueber seine Ausfluge absolut fasziniert. Deshalb wird er hier verwiegt.
In Oumaru bin ich in einem Hostel untergekommen, das von Wendy und ihrem Mann gefuehrt wird. Von dieser warmherzigen Person habe ich euch bereits erzaehlt, so dass ich euch nicht noch einmal dasselbe Geschichte auftischen moechte. Ueber
diesen Link findet ihr sie.
Der letzte eindrucksvolle Typ war Kieran, der sich in Auckland/Neuseeland zehn Tage Zeit genommen hat, um meditieren zu lernen. Das Beherrschen der richtigen Atemtechnik, um Ruhe und Gelassenheit zu finden hat er mir in einer so gar nicht esoterisch angehauchten Art und Weise erklaert. Das er in Thailand zwei Monate in einem Kloster verbracht hat, war natuerlich auch keine schlechte Sache. Waere aber nicht fuer mich. Trotdem: Coole Sache das.
Das wars fuer heute und aus Neuseeland. Meine Lieben bringen mich bald zum Flughafen und ich brauche vorher dinrgend noch ne Dusche.
Bis demnaechst!!