Wenn ihr glaubt, so eine Reise ist immer nur von perfektem Wetter gepraegt, voellig unkompliziert und pannenfrei, dann habt ihr euch gewaltig geschnitten. Aber was erzaehl ich euch: ihr kennt mich ja. Ohne die ein oder andere Schieflage waer's ganz sicher nicht mein Trip... :-) Es folgt eine Zusammenfassung:
Als mich Scott zu den Gerkens auf die Farm gebracht hat, haben wir uns fuer den Weg ueber die Scenic Route entschieden, die wie alle Kuestenstrassen ein paar schoene Aussichtspunkte bereit haelt. Als wir auf einem relativ abgelegenen Punkt angelangt waren, sprang unser Auto nicht mehr an. Aber wir konnten es anschieben und einen Huegel hinunter rollen, so dass wir in Null-Komma-nichts wieder mobil waren. Als Scott spaeter am Abend mit seiner Mom telefonierte, kam heraus, dass das ein bekanntes Problem des Wagens war - aber das im Moment unserer Abreise nicht von grosser Wichtigkeit zu sein schien und so hatte das niemand fuer erwaehnenswert gehalten...
Die erste groessere Krise habe ich auch noch in Neuseeland erlebt, als ich von Hokitika nach Nelson reisen wollte. Schon morgens gings los, als ich meinen MP3-Player an dem Laptop meiner Zimmernachbarin laden wollte und er danach nicht einen Mucks mehr von sich gegeben hatte. Kein An- und Ausschalten, kein Ruetteln, es ging gar nichts mehr. Ich wurde unruhig, weil ich so viele ungesicherte Videos drauf hatte und zusaetzlich eine laengere Busfahrt anstand, die ohne Musik einfach unendlich lang werden wuerde. Trotz allem musste ich los, um meinen Bus zu erwischen, aber der war zu spaet. Durch einen Zufall traf ich in der Naehe der Bushaltestelle ein paar meiner Mitbewohner, die mir helfen wollte, das Problem zu finden. Ich wollte gerade Richtung Hostel aufbrechen, als mir auffiel, dass ich den Bus um Haaresbreite verpasst hatte, denn ich er kam aus einer anderen Richtung als erwartet und ich habe ihn schlicht uebersehen (was in einem kleinen Kaff eigentlich kaum machbar ist - aber es ging!). Resultat: Busfahrerin war sauer und ich nur heilfroh, dass ich grade noch rechtzeitig kam.
Damit aber nicht genug, denn als wir einen halbstuendigen Stop bei den Pancake Rocks einlegten, habe ich meine ersten Kiwi-Voegel gesehen. Nachdem ich die dann auf Photos verewigt und einen Smalltalk mit einem amerikanischen Paerchen gehalten hatte - ja, da war mein Bus dann weg. Nachdem ich mich wieder eingekriegt hatte, habe ich in der nahe gelegenen Kaffee-Bar, einem Postkartenstand und schliesslich im Souvenir-Laden meine Geschichte erzaehlt, nur um dann per Telefon von der Busgesellschaft zu hoeren, dass man den Bus nicht erreichen kann, da es weder Funk- noch Telefonempfang bis zum naechsten Halt gibt, der eine Fahrtstunde entfernt liegt. Das war das erste und einzige Mal, dass ich ein Auto angehalten habe. Und gleich das erste Paerchen, das ich anhielt, war so nett mich nach Westport zu fahren (obwohl sie dort gar nicht hin wollten). Und ja, wir haben es tatsaechlich geschafft, den Bus zeitig zu erreichen. Oh Mann, ich habe im ersten Moment richtig geschwitzt. Klar war die Busfahrerin wieder sauer, aber in dem Moment war ich einfach nur bester Dinge, weil sich das Chaos des ersten Moments wieder relativ problemlos aufgeloest hat. (Immerhin haette man auch ohne mich weiter nach Nelson fahren koennen, mein Gepaeck am Strassenrand abstellen oder mir eine saftige Extragebuehr aufdruecken koennen). Und das war ungelogen die erste und einzige selbstverschuldete Panne - ganze drei Wochen nach meiner Ankunft!! ... Das waren uebrigens auch die einzigen beiden Male, die ich in den vergangenen Wochen zu spaet irgendwo hingekommen bin. Es war einfach nicht mein Tag. Uebrigens: Schon abends lief der MP3-Player aus irgendeinem Grund wieder und ich habe seit diesem Tag keine Kiwi-Voegel mehr gesehen. Ich habe im Endeffekt also alles richtig gemacht! :-D
Als wir am gestrigen Sonntag entlang der Great Ocean Road gefahren sind, hat mich mal wieder einer der weniger besuchten Aussichtspunkte interessiert und so sind Dan und ich auf einen Huegel gefahren, um die Aussicht dort zu geniessen. Nach einem kurzen Spaziergang waren wir zurueck am Auto und dort gab die Batterie der Fernbedienung den Geist auf. An sich nichts Schlimmes, denn die Tueren lassen sich auch manuell oeffnen. Allerdings gibt es eine Wegfahrsperre, die weniger leicht zu umgehen ist - zumindest fuer laienhafte Autoknacker wie uns. Auch nachdem wir die Fernbedienung zerlegt, die Notfallplan der Bedienungsanleitung auswendig gelernt und beinahe einen Kopfstand gemacht hatten, hatte sich nicht viel getan. Erst dann fiel uns die nahe gelegene Farm auf. Nach einer beherzten Jogging-Einlage traf ich dort auf Nadine, die zufaelligerweise eine passende Batterie fuer unsere Fernbedienung zur Hand hatte. Das war deutlich mehr, als wir erwartet hatten. Ihr koennt euch den Jubelschrei ausmalen, den ich raus gelassen hatte, als wir in der Lage waren, das Auto zu starten... *lach* Ende gut, alles gut!
Auf der Fahrt von Melbourne nach Sydney dann hatten wir einen unplanmaessigen 3h-Stop, weil die Oel-Anzeige des Busses permanent gegen die Tatsache zur Wehr setzte, dass sich ausreichend Oel in der Oelwanne im Bus befand. Und das mit einem ohrenbetaeubenden Piepton, sobald der Bus anfuhr. Aber auch hier fand sich ein neuer Bus. Und waehrend der Busfahrt bin ich von einem indischen Paerchen mit einer waermenden Decke und einem leckeren, indischen Gericht bedacht worden. So schlimm war's also nicht - im Gegenteil.
Ich schaetze, so viel Zufall, bzw. glueckliche Zusammentreffen muessen einen Preis haben - wann ich den schuldig sein werde weiss ich jetzt noch nicht, aber er wird sicher hoch ausfallen... *lach* Ich erzaehl's euch, sobald ich die Rechnung bekomme.
Bis demnaechst!!
Das Tagebuch für alle Daheimgebliebenen.
Viel Spaß beim Schmökern!
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